Reise in Japan

Unterwegs in Japan – Besser Mietwagen oder Shinkansen?

traveler
 Ein Gastbeitrag von Sebastian Canaves (von Off-the-path)

Falls ihr euch bald unterwegs in Japan seid, dürft ihr euch auf ein Land voller Gegensätze freuen, in dem sogar der Gang auf die Hightech-Toilette zum Abenteuer wird! An die endlosen Menschenmengen aus den bekannten Szenen der Großstädte drängen sich Jahrtausende alte Traditionen, sowie beeindruckende Natur jenseits der Metropolen. Mit so viel Andersartigkeit auf kleinstem Raum ist das Land der aufgehenden Sonne perfekt für eine Rundreise, auf der ihr garantiert jeden Tag aufs Neue zum Staunen gebracht werdet. Ob Ihr euch für eure Japan Reise am besten ein Auto mietet oder euch lieber auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlasst, erfahrt ihr jetzt!

Unsere 10-tägige Rundreise durch Japan mit dem Mietwagen

travel with car

Wir waren 10 Tage lang mit einem Mietwagen in Japan unterwegs und haben dabei einiges erlebt: Von Tokyo ging es zunächst nach Karuizawa, in die Japanischen Alpen. Hier haben wir nicht nur ein Riesengleithörnchen beobachtet, sondern beim Reiten durch die Wälder sogar frische Spuren von Schwarzbären entdeckt und abends in einem typischen Onsen entspannt.

Anschließend fuhren wir nach Matsumoto, wo ein ganz besonderer Ort auf uns wartete: Kamikochi. Dieses abgelegene Hochlandtal ist nur mit Bussen erreichbar und bedeutet Wildnis pur! Bei unserer Wanderung entlang des Azusa River sind wir sogar einer Bande wilder Affen begegnet. Unser Roadtrip führte uns über Nara, mit seinen vielen freilaufenden Rehen, weiter nach Kyoto, wo wir ein paar wunderschöne Tempel und den berühmten Bambuswald von Arashiyama erkundeten. Auf dem Weg zurück in die japanische Hauptstadt machten wir noch Halt am Mt Fuji. Hier, am Fuß des Vulkans, ließen wir beim Glamping die Seele baumeln und paddelten am frühen Morgen über den See, bevor es zurück in den Großstadtdschungel ging – es war eine wunderbare Rundreise durch Japan mit vielen unvergesslichen Erlebnissen!

fuji see in japan

Aber würden wir sie auch genauso nochmals machen?

Die Antwort lautet: Nein!

Denn das nächste Mal würden wir definitiv auf den Zug umsteigen.

Mit dem Mietwagen unterwegs in Japan

car drive

Es liegt klar auf der Hand: Mit dem Mietwagen seid ihr viel flexibler unterwegs, müsst euch nicht an Fahrpläne halten und könnt fahren wann und wohin ihr wollt. Genau das ist schließlich auch das Besondere an einem Roadtrip: dieses ganz besondere Freiheitsgefühl! Außerdem kommt ihr mit einem Auto einfacher an entlegene Orte und könnt eure Route so viel individueller planen. Alles in einem klingt das wunderbar, wären da nicht so viele Nachteile, die das Reisen mit dem Mietwagen in Japan mit sich bringt:

Die Nachteile beim Reisen mit Mietwagen in Japan

tokyo tower abend

Ihr benötigt eine Übersetzung eures Führerscheins

Leider reicht der Internationale Führerschein in Japan nicht aus. Stattdessen benötigt ihr eine offizielle Übersetzung eures Führerscheins – ohne diese übergibt euch kein Anbieter die Schlüssel eines Mietwagens. Eine solche Übersetzung besorgt ihr euch entweder vorab in Deutschland beim japanischen Konsulat oder bei der Japan Automobile Federation (JAF) im Stadtviertel Minato in Tokyo.

Dafür müsst ihr euren Führerschein mitbringen, vor Ort ein Formular ausfüllen und 3.000 Yen zahlen (ca. 25 Euro). Sofern ihr alles vor 14 Uhr einreicht, bekommt ihr die Übersetzung noch am selben Tag, ansonsten erst am nächsten.

Ihr müsst hohe Mautgebühren zahlen

In Japan sind hohe Mautgebühren fällig und dafür sind die Straßen in Japan nicht einmal in einem Top-Zustand – innerhalb von zehn Tagen haben wir rund 230 Euro Mautgebühren bezahlt! Solltet ihr euch für einen Mietwagen entscheiden, solltet ihr euch am besten gleich bei Abholung eine Mautkarte (kostet einmalig ca. 2 Euro extra) einrichten lassen. So wird euer Auto automatisch an den Stationen registriert und ihr seid entspannter unterwegs.

Parkplätze sind rar und teuer

Parkplätze sind insbesondere in den Großstädten eine Seltenheit und ihr müsst teilweise nicht nur lange nach einem passenden Parkplatz in der Nähe suchen, sondern für diesen mitunter unglaublich hohe Parkgebühren zahlen. Unser Rekord lag bei rund 200 Euro, die wir für zwei Tage Parken in Kyoto gezahlt haben! Und das, obwohl sowohl Google Translate als auch ein Einheimischer uns zu verstehen gaben, dass wir maximal 40 Euro für die gesamte Zeit zahlen müssten.

Ihr seht wenig von der Landschaft

Die Idee eines Roadtrips ist es schließlich, so viel wie möglich von einem Land zu sehen, doch leider gestaltet sich auch das eher schwierig in Japan – denn: Da das Land sehr hügelig ist, fahrt ihr geschätzt ein Drittel der Zeit durch Tunnel. Die restlichen zwei Drittel geht es dann entweder vorbei an meterhohen Lärmschutzwällen oder eben durch riesige Metropolregionen und Häuser-Dschungel.

shibuya kreuzung

Ihr kommt nur langsam voran

Japan hat sehr strenge Geschwindigkeitsbegrenzungen, die zudem haargenau per Radar überwacht werden. In ländlichen Gebieten dürft ihr zwischen 30 und 50 km/h schnell fahren, und auf den meisten Straßen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Auf den Schnellstraßen dürft ihr immerhin bis bis zu 80 oder sogar 100 km/h beschleunigen, doch das tun letztendlich nur die wenigsten.

Straßenschilder sind auf Japanisch

Die Navigation mit dem eigenen Auto ist auf japanischen Straßen eine echte Herausforderung. Grund dafür: Straßenschilder gibt es nur auf Japanisch! Falls ihr – wie wir – die Sprache nicht versteht, könnt ihr euch natürlich mit Navi und Google Maps behelfen. Dadurch habt ihr auf eurer Reise auch immer ein Gesprächsthema im Auto – wie bei uns:

„Das Schild sieht aus wie ein Haus und ein Karton! Hier müssen wir runter!“

kyoto 1000 rote tore

In Japan herrscht Linksverkehr

In Japan herrscht zudem Linksverkehr, was schnell zu Verwirrung führen kann und besonders viel Konzentration beim Autofahren erfordert. Zwar gewöhnt ihr euch dann doch ziemlich schnell an die neue Seite, doch sobald ihr wieder Zuhause seid, geht das Spiel wieder von vorne los.

Unser Fazit: Dann doch lieber Zug fahren!

Auch wenn wir eine wunderbare Zeit hatten, würden wir nicht nochmal mit einem Mietwagen durch Japan reisen, und beim nächsten Mal lieber auf den Shinkansen setzen. Denn in Japan bringt das Reisen mit dem Zug im Vergleich viel mehr Vorteile mit sich!

So entspannt ist das Reisen mit dem Shinkansen in Japan

japanischer zug

Der Shinkansen ist Japans Antwort auf den ICE – nur viel cooler! Die Hochgeschwindigkeitszüge der Japan Railways verbinden die größten Städte des Landes miteinander. Dabei erreichen die Züge eine Geschwindigkeit von bis zu 320 Stundenkilometern, sind allerdings absolut sicher. Das Beste: Der Shinkansen ist immer pünktlich!

Die Vorteile vom Shinkansen

zug fahrt

Überpünktlich

Im Gegensatz zur Deutschen Bahn, die immer wieder mit Verspätungen von sich Reden macht, ist der Shinkansen auf einem komplett eigenen Schienennetz unterwegs und immer pünktlich! Hier entschuldigt sich der Schaffner sogar, sobald der Zug mehr als eine Minute Verspätung hat – so macht Bahnfahren Spaß!

Blitzschnell & sicher

Mit einer Spitzengeschwindigkeit von 320 Stundenkilometern ist der Shinkansen einer der schnellsten Züge der Welt. Ihr kommt allerdings nicht nur schnell, sondern zudem sicher an euer Ziel, denn Unfälle mit Personenschäden gab es bisher keine.

schnellzug - shinkansen

Komfortabel

Selbst in der Standardklasse reist ihr komfortabel. Alle Sitze sind in Sitzrichtung ausgerichtet und mit viel Beinfreiheit ausgestattet. In den neueren Zügen findet ihr zudem an jedem Sitz und in älteren Versionen an jeder Reihe eine Steckdose für Laptop und Co. Außerdem wird auf einigen Linien kostenloses W-Lan angeboten.

Super sauber

Nicht nur der Passagierbereich, sondern auch die Gänge, Toiletten und der Servierwagen sind zu jeder Zeit super sauber!

zug fahren

Großes Schienennetz

Mit dem Shinkansen kommt ihr schnell und einfach von Hokkaido im Norden bis nach Kagoshima im Süden Japans. Dazwischen verbindet das Schienennetz des Hochgeschwindigkeitszugs alle Großstädte miteinander.

So könnt ihr Japan mit dem Shinkansen entdecken

mount fuji in japan

Fahrkarten kaufen

Eure Fahrkarten für den Shinkansen kauft ihr am besten vorab online, hier habt ihr auch gleichzeitig die Möglichkeit euren Sitzplatz zu reservieren. Für spontane Fahrten könnt ihr Tickets natürlich auch am Schalter oder Automaten besorgen. Der Automat lässt sich auf Englisch umstellen – also kein Problem!

Tipp: Insbesondere für längere Strecken solltet ihr eure Sitzplätze reservieren, das geht sowohl online als auch am Schalter oder Automaten bis kurz vor Abfahrt.

Ticketoptionen und Preise

In Sachen Fahrpreise und Tickets habt ihr zwei Optionen: Entweder kauft ihr euch Einzelfahrkarten und zahlt für jede Fahrt separat oder ihr bestellt euch den Japan Rail Pass (JRP) für die Dauer eures Trips. Mit dem JRP könnt ihr alle regionalen sowie die meisten überregionalen Verbindungen, wie den Shinkansen unbegrenzt nutzen. Je nach Strecke kostet euch eine Einzelfahrkarte zwischen 40 und 120 Euro. Für einen Rail Pass, der eine Woche gilt, bezahlt ihr 250 Euro. Mit welcher Möglichkeit ihr günstiger unterwegs seid, hängt also ganz von eurer Reiseroute ab.

Das Streckennetz

Das Streckennetz des Shinkansen besteht aus insgesamt neun Linien, die euch einmal komplett durch Japan führen. Besonders beliebt bei Reisenden sind die Tohoku und die Tokaido Strecke. Letztere führt euch von Tokyo bis nach Osaka, während ihr mit der Tohoku Linie von der Hauptstadt bis in das nördliche Aomori fahrt.

So funktioniert eine Fahrt im Shinkansen

Sobald ihr eure Fahrkarten in den Händen haltet, macht ihr euch auf den Weg zum Shinkansen Bahnhof, im jeweiligen regionalen Bahnhof. Dabei müsst ihr zwei Schranken passieren, die sich mit Hilfe eurer Einzelfahrkarten öffnen lassen. Falls ihr einen Japan Rail Pass habt, benutzt ihr die bemannten Schranken, an denen ihr den Pass vorzeigen müsst. Euren Bahnsteig findet ihr, wie bei anderen Zügen auch, auf einer Anzeigetafel. Am Gleis angekommen orientiert ihr euch an den Markierungen am Boden, um euer Abteil zu finden. Die Sitzplätze sind wie in einem Flugzeug mit nummerierten Reihen und Buchstaben ausgewiesen. Sobald ihr euren Sitzplatz gefunden habt, heißt es zurücklehnen und die Fahrt genießen!

Stressfrei durch Japan mit dem Shinkansen

shinkansen fahren in japan

Japan ist ein Land, wie kein anderes – das gilt nicht nur für die japanische Kultur, sondern auch für die Art des Reisens: Während euch ein Mietwagen in anderen Ländern maximale Freiheit zu günstigen Preisen garantiert, erwarten euch in Japan Tunnel, Mauern sowie hohe Park- und Mautgebühren. Wenn ihr stattdessen in einen Japan Rail Pass investiert, ist relaxen angesagt, während ihr mit 320 Stundenkilometern durch das faszinierende Land reist und garantiert immer pünktlich ankommt!

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Autorenbox: Wer ist Sebastian?

sebastian in japan
Sebastian Canaves

Sebastian Canaves ist der Gründer des Abenteuer-Reiseblogs Off The Path und des Foodblogs Foodgasm.de und entdeckt die Welt am liebsten mit dem Auto, zu Fuß oder im Kajak. Bei seiner Rundreise durch Japan hat er aber schnell gemerkt: Es gibt auch Länder, sich am besten mit dem Zug entdecken lassen – und genau so ein Land ist Japan! All seine Abenteuer kannst du auch auf Instagram oder YouTube verfolgen. Sein Lieblingsgericht-Gericht auf dieser Japan-Reise war Katsudon in einem kleinen Restaurant in Tokio!

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