Reise & Urlaub in Japan

Reisen in Fukuoka – Sightseeing & Ausflüge

fukuoka itoshima meer

Relativ im Norden der japanischen Insel Kyushu liegt die Präfektur Fukuoka mit dem gleichnamigen Verwaltungssitz und besonders in den letzten Jahren hat sich die Präfektur zu einem anerkannten Touristenziel entwickelt. Dies ist natürlich nicht ohne Grund. Da die Städte mit einigen Museen, Aussichtspunkten, Shopping Malls und großen Tempeln locken, sowie ländliche Regionen mit fantastischen Wasserfällen, Wanderrouten, Meereshöhlen und vielem mehr auf die neugierigen Besucher warten.

So oder so lässt es sich in Fukuoka sehr angenehm und entspannt reisen, da die meisten Orte nicht besonders weit voneinander entfernt sind. In der Regel sind sie bequem zu Fuß, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto zu erreichen. Doch vor Allem macht sich hier die entspannt-freundliche Mentalität der Kyushu-Bewohner bemerkbar. Wenn ihr jedoch mehr über lokale Spezialitäten in Fukuoka erfahren möchtet, dann schaut doch mal hier vorbei. In diesem Blogbeitrag möchten wir euch ein paar Ausflugstouren in und um die Stadt Fukuoka herum vorstellen:

  1. Fukuoka City
  2. Umino Nakamichi Seaside Park
  3. Nokono Shima Island
  4. Itoshima Outdoor Aktivitäten
  5. Dazaifu Tenmangu & Designer Starbucks

Entertaiment in Fukuoka

Die Stadt Fukuoka ist vor Allem für seine unglaublichen Shopping & Entertainment Center, sowie das blühende Nachtleben bekannt. Beides spielt sich hauptsächlich im Zentrum der Stadt, in Tenjin und Hakata, ab. Hier findet man den beliebten Touristenspot Canal City, das Nudelsuppen- und Party-Paradies Nakasu und den Momochi Seaside Park.

Canal City

Der wohl bekannteste und allgemein beliebteste Shopping District in Fukuoka, heißt Canal City, und liegt genau zwischen den beiden Stadtzentren Hakata und Tenjin. Der Name leitet sich von dem künstlich angelegten Kanal im Zentrum des Shopping Centers her. Hier findet man alles, was das Entertainment-Herz begehrt: Japanische Boutiquen zum Shoppen, Kino und Theater, internationale Geschäfte, Game Center, mehreren Food Corners, Hotels und so weiter. Canal City wird auch die “Stadt in der Stadt” genannt, denn der riesige Komplex ist so weitläufig und verzweigt, dass sich schon so mancher darin verlaufen hat. Doch zum Glück gibt es überall Info Points und nette Leute, die einem gerne den Weg zum richtigen Ausgang weisen.

Momochi Seaside Park

momochi fukuoka

Der Momochi Seaside Park beinhaltet Fukuokas bekannteste Sehenswürdigkeiten. Hier stehen der Fukuoka Tower, der Yahuoka Dome, das Fukuoka City Museum, sowie ein weiteres Shopping Center, welches erst im November 2018 eröffnete. Der Kern des Seaside Parks ist aber der künstlich aufgeschüttete Strand, an dem man tagsüber Volleyball oder Fußball spielen, Jetski fahren, baden oder sich einfach sonnen kann. (obwohl das “Sonnenbaden” unter Japaner(innen) eigentlich nicht besonders beliebt ist, denn das Schönheitsideal in Japan schreibt im Gegensatz zum europäischen Ideal eine möglichst helle Hautfarbe vor).

Abends wird der Strand dann zu einem beliebten Dating Spot, da man von hier aus wunderschön die Lichter der Stadt, welche sich auf dem Wasser spiegeln, bewundern kann. Wenn es mit dem Daten so richtig gut läuft, kann man hier auch gleich im westlichen Stil in einer Hochzeitskapelle (die auf dem Foto zu sehen ist) heiraten… Obwohl Hochzeitskapellen teilweise tatsächlich aussehen wie Kirchen ist der “Priester” meist kein echter Würdenträger, sondern ein Schauspieler in Verkleidung. Aber zurück zu unserer Reise…

fukuoka momochi strand

Der Fukuoka Tower ist 234 meter hoch und wurde mit etwa 8000 Halbspiegeln verglast und stellt die Form eines dreieckigen Segels dar. Aus diesem Grund wird der Turm auch “Spiegel-Segel” genannt. Auf der 1. Etage findet man Läden, die lokale Spezialitäten anbieten, wie Mentaiko oder Konfekt. Es gibt auch einige Cafés und ein Restaurant, welches europäische Gerichte anbietet. Auf der 5. Etage des Towers, in einer Höhe von 123 metern, gibt es die Möglichkeit den Panorama Ausblick über die Stadt zu genießen. Die Etage ist außerdem mit hochmodernen Teleskopen ausgestattet. Zu Gelegenheiten wie Weihnachten oder dem Tanabata Matsuri gibt es hier eine Lichtshow, welche man sich romantisch bei einem Date anschauen kann.

Tenjin Chika Machi

Tenjin Chika Machi ist ebenfalls ein großes Shopping Center, welches allerdings unterirdisch in dem Stadtteil Tenjin liegt. Das ist eine Gegend, welche durch ihre vielen grünen Oasen auffällt, denn hier befinden sich (natürlich oberirdisch) der botanischen Garten, Schlossruinen und der Stadtzoo, dessen Hauptattraktion die wilden Tsushima Katzen sind.

Tenchika, wie die Einheimischen das Shopping Center nennen, ist stilistisch an das Europa des 19. Jahrhunderts angelehnt und zeigt sich daher in einer Mischung aus arabesk verzierten Decken und Wänden aus Backsteinen mit Eisenelementen. Der ganze Komplex erstreckt sich über eine Distanz von 590 Metern von Norden nach Süden. 150 Geschäfte und Restaurants laden hier zum Shoppen und verweilen ein.Praktischerweise ist er auch direkt mit den beiden U-Bahn Haltestellen Tenjin und Tenjin-Minami verbunden.

Yanagibashi Rengo Market in Hakata

fischmarkt in hakata

Da Fukuoka eine große Hafenstadt ist, überrascht es einen vermutlich nicht, dass sich im Stadtteil Hakata ein großer Fisch- und Meeresfrüchtemarkt etabliert hat. Die Ursprünge des Yanagibashi Rengo Market gehen auf einen einzigen Verkaufsstand im Jahr 1916 zurück, der frischen Fisch vom Ohama Markt verkaufte. Über die Zeit haben sich immer mehr Stände dazu gesellt, sodass sich bis heute ein lebhafter Ort entwickelt hat, der ein Paradies für Fischhändler und Fischliebhaber darstellt.

Nakasu – Entertainment in Fukuoka

nakasu street in fukuoka

Nakasu ist die Hauptanlaufstelle für Alle, die in Fukuoka nach Party und Vergnügen suchen. Sobald die Nacht anbricht, beginnt hier das bunte Treiben. Nakasu liegt zwischen dem Nakagawa Fluss im Westen und dem Hakatagawa im Osten, sodass sich hier auf engem Raum über 3500 Restaurants und Bars zusammen drängen und einen Ort konzentrierten Vergnügens schaffen. Am Ufer im südlichen Teil Nakasus befinden sich auch die berühmten Ramen Yatai (Imbissbuden), welche stets überlaufen sind, aber das Warten wert sind. Die meisten dieser Buden öffnen gegen 18 Uhr und bleiben bis in die frühen Morgenstunden geöffnet, sodass viele Japaner nach dem Feiern und Alkohol trinken, hierher kommen um sich noch eine dampfende Schüssel mit Nudelsuppe zu genehmigen.

Matsuri in Fukuoka

sommerfest in japan

Wenn man in der Zeit von Mai bis September plant nach Fukuoka zu reisen, sollte man versuchen eines der 3 großen Natsu-Matsuri (Sommerfest) von Hakata mitzuerleben: Das Dontaku Festival im Mai, das Yamakasa Festival im Juli oder das Hojoya Festival im September. Während der Festivalzeit knistert hier förmlich die Luft vor Vorfreude und die Feste sind ein Ausbruch purer Lebensfreude.

Das Dontaku Festival gehört mit jährlich über 2 Mio. Besucher zu den größten Festivals Japans. Seine Ursprünge gehen auf das Matsubayashi Festival aus dem Jahr 1179 zurück und wurde erst 1879 zum “Hakata Dontaku” umbenannt. “Dontaku” ist eine Anlehnung an das holländische Wort “Zontag”, also Sonntag oder Feiertag. Bei diesem Festival gibt es auch eine Parade, bei der Blumenwagen mit Neonbeleuchtung fahren und gefühlt alle Bewohner Fukuokas teilnehmen und unter Anderem traditionelle Tänze zeigen.

Das Hakata Gion Yamakasa Matsuri ist erfüllt von den Rufen “osshoi!” und Wasser, das überall verspritzt wird. Dieses Festival geht auf das Jahr 1241 zurück, als es in Hakata eine große Seuche gab und man Wasser, verspritzte um sich von den Krankheiten zu reinigen. Der Höhepunkt der 2 Wochenlangen Festivitäten ist das Yamakasa-Rennen, bei dem verschiedene Männergruppen tragbare Schreine rennender Weise durch die Stadt tragen und von den Zuschauern mit Wasser besprüht werden. Dieses Spektakel sollte man sich echt nicht entgehen lassen.

Beim Hojoya Festival besuchen über 1 Mio. Menschen den Hakozaki Schrein, um für viel Erfolg im Geschäft / der Arbeit und Sicherheit für die Familie zu beten. Begleitet wird das Schreinfest, wie in Japan üblich, von viele Imbissständen, die z. B. kandierte Äpfel, gebratenen Tintenfisch, Yakitori oder Yakisoba anbieten. Außerdem gibt es Spielstände, die typische Matsuri Spiele wie Pinball oder Goldfisch-Angeln anbieten.

Seaside Park – Umi no Nakamichi

blumen am park in fukuoka

Auf der anderen Seite der Bucht von Fukuoka liegt der Uminonakamichi Seaside Park auf einer Insel, die nur über eine schmale Landbrücke mit Kyushu verbunden ist. Auf dieser Insel findet man eine Art Vergnügungspark der sich besonders an Familien mit Kindern richtet, aber auch für Erwachsene ohne Kinder als ein schönes Ausflugsziel eignet. Der Park ist in verschiedene Bereiche unterteilt: Den großen Blumengarten, Spielplätze, den Freizeitpark mit Riesenrad, Sportplätze, den Wasserpark, einen Zoo und so weiter. Um dorthin zu gelangen, nimmt man am besten die Fähre von Fukuoka aus und mietet sich im Vorort ein Fahrrad (700 Yen / Tag), oder löst ein Busticket (300 Yen / Tag), um schneller voran zu kommen, denn der Park ist recht weitläufig. Wenn man gut zu Fuß ist, kann man den Park aber auch laufender Weise erkunden.

blaue blumen in uminonakamichi

Besonders in den Frühlings- und Sommermonaten, wenn die Blumenfelder mit ihren Millionen von Blüten in voller Pracht stehen lohnt sich der Besuch, da der Anblick wirklich wunderschön ist. Außerdem gibt es über 2000 Kirschbäume, die entlang der Wege blühen (Ende März-/Anfang April) und das Hanami zu einem ganz besonderen Erlebnis machen.

National Park – Nokono Shima

Kosmee in nokonoshima

Nokonoshima ist eine 12 km lange Insel in der Bucht von Fukuoka und ist ebenfall ein schönes Ausflugsziel zum entspannen. Man erreicht die Insel mit einer kurzen Fährfahrt und kann dann die herrliche Landschaft der Insel genießen. Neben den tollen Badestränden gibt es auch viele Blumenwiesen, die je nach Jahreszeit übersäht mit Rapsblüten, Sonnenblumen, Kosmosblumen und Margeriten sind. Außerdem man kann Kofun-Gräber, welche aus dem 7. Jahrhundert stammen, besichtigen.

Itoshima – Outdoor Aktivitäten

itoshima übersicht

Etwa 30 Autominuten außerhalb der Stadt Fukuoka liegt Itoshima mit seinen weißen Sandstränden und dem türkisblauen Meer. Obwohl Itoshima das Wort “Shima” (Insel) beinhaltet, handelt es sich eigentlich um eine Stadt, die im Zentrum einer Halbinsel westlich von Fukuoka liegt. Besonders eine Fahrt über die Küstenstraße lohnt sich, denn der Ausblick ist einfach fantastisch. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, man würde eine Mittelmeerküste entlang fahren und nicht eine japanische Küste. Ebenfalls entlang der Küste findet man in den Wintermonaten die berühmten Austern-Grillhütten, bei denen man einen Grill mieten kann und die fangfrischen Austern (und anderen Meeresfrüchte) selbst grillen kann.

palmen schaukel in itoshima

Entlang der Küste findet man immer wieder wunderschöne Strände wie diesen hier. An diesem gibt es jedoch es neben dem feinen Sand und dem blauen Meer auch eine Schaukel aus Palmen gibt. Das ist nicht nur super fotogen, sondern lädt auch zum träumen ein.

Sakurai Futamigaura in Itoshima

Futamigaura strand in itoshima

An der Nordküste von Itoshima steht das Sakurai Futamigaura oder besser bekannt als “Pärchen-Fels”. Hinter dem schneeweißen Torii ragen riesige zwei Felsen aus dem Meer, die durch eine gigantische Kordel aus Reisstroh (shimenawara) verbunden sind. Diese Art der Kordel wird an heiligen Orten (an denen Shinto-Götter wohnen) angebracht und sollen das Böse fernhalten. Die Kordel ist 30m lang und wiegt 1000 kg.

meer schrein in fukuoka

Ein besonders schöner Anblick bietet sich am Sakurai Uminogaura während des Sonnenuntergangs, wenn die Felsen und das Torii in sanfte blau und orange Töne gehüllt wird. Dieser Ort wurde in Japan sogar zu einem der besten Spots gewählt, um einen Sonnenuntergang zu betrachten.

Keya no Oto – Das Meerestor von Itoshima

japan-felsen-meer in itoshima

Keya no Oto ist eine Felsenhöhle an der westlichen Küste von Itoshima , welche sich durch das auf und ab der Gezeiten gebildet hat. Die Höhle ist 64 m hoch, 90 m tief und 10 m breit. Sie gehört damit zu den drei größten Basaltgestein-Höhlen Japans. Von der Fähre, die man in Keya nehmen kann, kann man dieses gigantische Naturwunder mit den typischen rechteckigen Gesteinsformationen bewundern. Die Fährfahrt bis zu der Höhle dauert nur etwa 30 Minuten, sodass sie sich gut in einen Tagesausflug nach Itoshima einbinden lässt.

Raizan Sennyo-Ji – Roter Ahorn im buddhistischen Tempel

japanische ahorn in temple

Südlich von der Stadt Itoshima am Berg Raizan liegt der Sannyo-Ji Tempel, welcher in der Kamakura-Zeit (ab ca. 1200) von dem indischen buddhistischen, Mönch Seiga Shonin gegründet wurde. Besonders schön ist der Besuch hier im Herbst (Mitte November), wenn der 400 Jahre alte japanische Ahorn seine Blätter leuchtend rot verfärbt. Er ist von der japanischen Regierung zum Naturerbe erklärt worden. Außer diesem Ahornbaum warten die Statuen der 1000-Armigen, stehenden Kannon Statue und die des sitzenden Seiga Shonin auf die Besucher. Auch die Gegend um den Tempel ist wunderschön und man sie kann bei Wandertouren durch die Berge erkunden.

Ito no Taki – Shiraito Wasserfall

wasserfall in itoshima

Vom Raizan Sennyo Tempel fährt man mit dem Auto etwa 25 Minuten über die Bergstraßen, welche eine wundervolle Aussicht über die Landschaft gewähren, um die Shirataki Wasserfälle zu erreichen. Diese Kaskaden-Wasserfälle am Berg Haganeyama sind ca. 24 m hoch und werden von moosbewachsenen Felsen und 300 Jahre alten Ahornbäumen umringt. Doch dieser Naturschauplatz ist nicht nur zum anschauen gedacht. Im Mai findet hier jährlich das Forellen Festival statt, bei dem die Leute Bachforellen angeln. Im Sommer kann man hier auch im Wasser baden und plantschen.

Dazaifu – Shinto Schrein & Starbucks

dazaifu tenmangu in fukuoka

Südöstlich von Fukuoka liegt die kleine Stadt Dazaifu, die hauptsächlich für ihren großen Schrein (Dazaifu Tenmangu) gekannt ist. Er ist nach Kyotos Tenmangu Schrein der wichtigste Japans. Die Tenmangu Schreine sind dem Andenken von Sugawara Michizane, einem Politiker und Wissenschaftler der Heian-Zeit gewidmet. Er wird wegen seiner Intelligenz mit der Gottheit für Bildung (Tenjin) in Verbindung gebracht. Daher kommen hier sehr viele Schüler und Studenten hin, um für viel Erfolg bei ihren Prüfungen zu beten. Michizane stammte ursprünglich aus Kyoto. Doch wurde er wegen seines immer stärker werdenden Einflusses am Kaiserhof nach Dazaifu ins Exil geschickt. Nach seinem Tod, wenige Jahre später, wurde das Land von vielen Plagen heimgesucht, sodass die Leute begannen eine Verbindung zwischen dem ungerechtfertigten Exil und den Plagen zu sehen. Daher wurde dem Geist von Michizane der Tempel gewidmet.

Ganz in der Nähe des Schreingeländes befindet sich auch der Tempel Koumyozen-Ji mit angeschlossenem Zen-Garten. Wenn man also nach dem Besuch des Dazaifu Tenmangu noch ein wenig Zeit hat, sollte man dort auf jeden Fall noch vorbei schauen.

Starbucks von Architekt Kuma Kengo

dazaifu starbucks holz architektur

Auf der Hauptstraße, welche zu dem Tempel führt, gibt es nicht nur die bekannten Umegaemochi (gebratene Mochi), sondern auch ein Starbucks mit einer bizarr aussehenden Holzkonstruktion um den Eingang herum, die sich ins Innere des Ladens fortsetzt. Dies ist einer der sogenannten “Concept Stores” von Starbucks. Sie basieren immer auf einem bestimmten Thema oder auf charakteristischen Gebäuden der Region. Der japanische Architekt Kengo Kuma hat dem Laden das Konzept: Fusion des Traditionellen und Modernen aus Naturprodukten gegeben.

Je nachdem was man auf seiner Reise erleben möchte, ob es nun Shopping und Großstadtluft ist oder doch einer eine Wanderung durch die Berge mit einem Tempelbesuch, Fukuoka hält für so ziemlich jeden etwas bereit. 

Hat dich schon das Reisefieber gepackt? Wer mehr über leckere lokalen Speisen oder Sehenswürdigkeiten in Kyushu lesen möchte, erfährt hier mehr darüber.

nagasaki chanpon suppe

Nagasaki liegt an der Westküste der japanischen Insel Kyushu und hat wohl die hauptsächlich durch die tragischen Ereignisse des 2. Weltkriegs weltweite Bekanntheit erlangt. Doch das ist eine andere Geschichte. Heute wollen wir euch die lokale Küche dieser bunten und lebendigen Stadt vorstellen. Dies fängt allerdings mit ihrer Geschichte an, denn seit dem Mittelalter ist sie eine große Hafenstadt, die von dem internationalen Handel mit China, Korea und den europäische Kolonialmächten lebte. Sogar als Japan für ca. 250 Jahre seine Grenzen für alle Ausländer schloss, bewahrte diese Stadt die Handelsbeziehungen zu China und den Niederlanden. Den chinesischen Händlern wurde unter strenger Kontrolle erlaubt, das japanische Festland zu betreten. Den Holländern wurde jedoch lediglich das Betreten der künstlich aufgeschütteten Insel Deshima gewährt.

Gute 150 Jahre nach der Landesöffnung Japans ist Nagasaki immer noch für seine traditionell internationale Ausrichtung bekannt. Das sieht man auch sehr stark an der lokalen Küche, die aus gemischten Elementen von japanischen, chinesischen und europäischen Gerichten besteht.

1. Nagasaki Wagyu – Himmlisch-zartes Rindfleisch

rind-spieße

Hier in Europa haben die meisten wohl zumindest den Begriff “Kobe Rind” bzw. “Kobe Beef” schon einmal gehört und einige haben sich vielleicht sogar schon dieses absolut köstliche Rindfleisch auf der Zunge zergehen lassen. Doch was die meisten eher nicht wissen ist, dass diese Rinderrasse nicht nur in Kobe, sondern auch in anderen Regionen Japans gezüchtet wird. Zum Beispiel auch in der Präfektur Nagasaki. Qualitativ spielen Kobe und Nagasaki “Wagyu”, wie das Rindfleisch auf japanisch heißt absolut in der gleichen Liga. Es gibt jährliche Auszeichnungen für das beste Wagyu in Japan und Fleisch aus Nagasaki gewinnt regelmäßig den ersten Platz.

Da Nagasaki Wagyu weit weniger bekannt ist, wird es auch weit weniger überteuert verkauft. Wer also nach Nagasaki kommt, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und in einem der Spezialitäten-Restaurants Wagyu bestellen. Eine gute Anlaufstelle ist das Gochigyu im 5. Stock von Yume Town Yumesaito. Hier bekommt man nicht nur himmlisch leckeres Rindfleisch, dass einem förmlich auf der Zunge schmilzt, sondern kann währenddessen auch noch einen fantastischen Blick über den Hafen dieser tollen Stadt genießen. Die Preise sind zwar nicht unbedingt günstig, aber moderat. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dafür echt zufriedenstellend.

2. Nagasaki Champon

nagasaki champon suppe

Das wohl berühmteste Gericht der Stadt heißt “Nagasaki Champon” und ist die japanische Version einer chinesischen Nudelsuppe. Es erinnert zunächst ein wenig an Ramen (die ja auch aus China kamen), allerdings ist der Geschmack ganz anders und auch die Zubereitungsweise unterscheidet sich von Ramen. Bei Ramen werden die Brühe, Nudeln und Beilagen jeweils separat gekocht und erst kurz vor dem Servieren zusammen in eine große Schüssel gegeben. 

Bei Nagasaki Champon auf der anderen Seite werden dünn geschnittenes Schweinefleisch, Meeresfrüchte und Gemüse erst gebraten, dann werden Hühner- und Schweineknochen-Brühe und zum Schluss noch Champon-Reisnudeln mit in die Pfanne hinzugegeben. Alles zusammen wird dann gekocht. Die Zutaten können jedoch je nach Jahreszeit variieren, sodass der Geschmack von der Saison und dem Ort abhängig sind. Champon gibt es auch in anderen Präfekturen Japans, in Korea und China und sie bestehen mehr oder weniger aus den gleichen Zutaten. Aber Achtung: Okinawa Champon ist ein gebratenes Reisgericht, keine Suppe!

3. Nagasaki Sara Udon – Knusprige Nudeln

saraudon auf dem tisch

In ganz Kyushu sind Nudelgerichte sehr beliebt, also auch in Nagasaki. Eine weitere lokale Spezialität mit chinesischem Ursprung heißt “Sara Udon”, also übersetzt Teller mit Nudeln. Das klingt natürlich erstmal ziemlich langweilig, aber dahinter verbirgt sich eigentlich ein sehr tolles Gericht. Es besteht aus knusprig frittierten, dünnen Eiernudeln, die mit einer sämigen Soße aus Meeresfrüchten, Fischkuchen, Weißkohl und diversem Gemüse getoppt werden. Die Soße zusammen mit den knusprigen Nudeln, gibt ein wirklich gutes Mundgefühl und schmeckt dazu noch richtig gut.

Wer sich jetzt fragt, wo sich bei diesem Gericht die Udon-Nudeln verstecken, fragt sich das zu Recht, denn es gibt keine. Udon ist im Japanischen ein sehr dehnbarer Begriff. Das ist so ähnlich wie bei Yakisoba; da werden auch einfach Ramen-Nudeln gebraten und man sucht vergeblich die Soba (Buchweizen) Nudeln.

4. Shippoku Ryori – Multikulturelles Essen

shippoku gericht

Da Nagasaki solch eine internationale Vergangenheit hat, ist es auch nicht besonders verwunderlich, dass es ein sehr beliebtes Dinner Menü “Shippoku Ryori” gibt, bei dem die unterschiedlichsten Speisen auf einem runden Tisch serviert werden.  Der runde Tisch ist in diesem Fall auch namensgebend, denn „Shippoku“ heißt Tisch und „Ryori“ bedeutet Essen oder Gerichte auf Japanisch.

Begonnen wird mit einer Suppe die “Ohire” heißt. Den sogenannten Startschuss gibt der Gastgeber / der Restaurant- Angestellte, in dem er sagt: “Please help yourself to some Ohire!” Nach der Suppe kann sich jeder von den saisonal variierenden Speisen nehmen, die er oder sie gerne essen möchte.

shippoku gericht aus nagasaki

Typische Speisen, die es beim Shippoku Ryori gibt, sind:

  • Sakiduke: Normalerweise ist das ein kleines Gericht, dass mit einem Biss im Mund ist und den Appetit anregen soll. Es ist als ein Aperitif.
  • Mukozuke: Das ist roher oder mit Essig angesäuerter Fisch zwischen zwei Seetangblättern.
  • Wanmono: Es ist eine klare Suppe, die den Geschmack von vorherigem Essen säubern soll. 
  • Yakimono: Als Yakimono wird etwas gebratenes gereicht. Das können, Fisch, Garnelen oder Fleisch sein.
  • Takiawase: Dies ist ein gekochtes Gericht aus Gemüse, Pilzen, Tofu und Fisch oder Fleisch.
  • Agemono: Das sind frittiertes Gemüse, Garnelen und Fisch.
  • Shime: Das Shime besteht aus weißem Rundkornreis oder Sushi, Miso Suppe und eingelegtem Gemüse.
  • Mizumono: Das beste kommt ja bekanntlich zum Schluss: Es gibt ein Dessert, Obst oder etwas anderes Süßes.

Abgesehen davon hat aber auch jedes Restaurant noch weitere Speisen, die dem Shippoku Ryori hinzugefügt werden und auch je nach Jahreszeit, werden die Speisen entsprechend angepasst.

5. Sasebo Burger

burger aus nagasaki

Etwas, was man in Japan vielleicht nicht erwarten würde, sind Burger. Aber damit sind nicht die billigen Fast-Food Burger der großen amerikanischen Kettenrestaurants gemeint. Die gibt es natürlich auch, sogar mit Chicken Terriyaki, aber hier ist die Rede vom Sasebo Burger. Sasebo ist eine  kleine Stadt, die etwa 1,5 Stunden Autofahrt von der Stadt Nagasaki entfernt liegt und bekannt für ihrer köstlichen und, für japanische Verhältnisse, riesigen Hamburger ist. In Sasebo gibt es seit Ende des 2. Weltkriegs einen größeren US-Army Stützpunkt, sodass die Burger hier echt Tradition haben. Besonders das Restaurant Hikari ist ist weithin bekannt und dafür fahren Japaner schon gerne ein paar Stunden mit dem Auto von Fukuoka oder Kitakyushu. 

Wenn du also irgendwann genug rohen Fisch und Sojasoße hattest, ist das wohl eine willkommene Abwechslung. Aber weil der Laden so bekannt und beliebt ist, sollte man sich auf etwas Wartezeit einrichten.

6. Toruko Reis – Türkischer Reis? Nicht wirklich…

toruko rice aus nagasaki

Der so genannte Toruko Reis (türkischer Reis), ist ein ziemlich merkwürdiges Gericht. Es wirkt, als hätte jemand einfach verschiedene europäische Gericht zusammen gewürfelt und auf einem Teller serviert. Es besteht aus Spaghetti mit Tomatensoße, Reis Pilav und einem panierten Schweineschnitzel, dass mit einem großen Löffel Demi-Glace Soße getoppt wird. Warum das ganze jetzt “türkischer Reis” heißt, weiß eigentlich keiner so genau. Es gibt dafür diverse Theorien, wobei eine seltsamer ist, als die andere. Die vermutlich logischste Erklärung ist, dass das japanische TO-RU-KO eigentlich eine Abkürzung bzw. Abwandlung von TO-RI-KO-RA-RAI-SU also tri colour rice ist. Ob diese Theorie stimmt, kann einem auch keiner mehr sagen, aber es ist auf jeden Fall über die Jahre eines der bekanntesten Gericht aus Nagasaki geworden.

7. Kakuni Manju

kakuni manju aus nagasaki

Kakuni Manju ist Japans Variante des taiwanesischen gua bao, also Schweinespeck-Brötchens. Für die Zubereitung werden Stücke vom Schweinebauchfleisch angebraten und dann für ca. zwei Stunden mit verschiedenen “Gewürzen” (Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Sternanis, Salbeiblättern und Zimt” in einem großen Topf geköchelt, bis der Schweinebach schön weich ist und die Aromen der anderen Zutaten aufgenommen hat. 

Der Schweinebauch wird dann in ein gedämpftes Reismehl-Brötchen gesteckt und fertig ist Kakuni Manju. Eigentlich ist das kein japanisches Gericht, aber man findet es in Nagasaki’s China Town (gefühlt) an jeder Straßenecke, sodass es auch irgendwie Teil der Esskultur geworden ist.

8. Castella – Sponge Cake

kastela aus nagasaki

Castella Honigkuchen ist das Beliebteste “Omiyage” also Mitbringsel aus Nagasaki. Seit um ca. 1550 die portugiesischen Seefahrer in der Region landeten und das Rezept mitbrachten, gibt es hier “Kasutera” aus dem Portugiesischen von Pao de Castella. Das Rezept ist denkbar einfach, denn es besteht nur aus 4 Zutaten: Mehl, Eiern, Honig und Zucker. 

In Japan wird das Eiweiß aber separat steif geschlagen und danach unter den Teig aus den anderen Zutaten gehoben. Dadurch wird der Kuchen lockerer und elastischer als das portugiesische Original. Da es so ein einfaches Rezept ist, haben die Japaner auch ihrer eigenen Castella Variationen kreirt, z. B. mit Matcha-Grüntee Pulver. Auf jeden Fall schmeckt der Kuchen sehr gut zu leicht bitteren Getränken wie schwarzem Kaffee oder Grüntee.

9. Goto Udon

nagasaki udon

Wie schon erwähnt, lieben die Leute aus Kyushu und Nagasaki Nudelgerichte. Dieses Gericht heißt “Goto Udon” und kommt, wie der Name verrät, von den Goto Inseln vor der Küste von Nagasaki. (Die Inseln gehören zur Präfektur Nagasaki, weshalb dieses Gericht hier auftaucht.)

Diese Udon Nudeln werden per Hand langgezogen und sind sehr elastisch. Sie werden mit Karmelienöl hergestellt, welches die Nudeln extra geschmeidig machen. In Japan sind die Nudeln hoch angesehen und rangieren unter den Top 3 Udon Nudelsorten. Auf Goto kann man sogar an Goto-Udon Workshops teilnehmen und die selbstgemachten Nudeln zum Schluss auch selbst verputzen. Da kann man nur sagen: Fröhliches Schlürfen zusammen!

10. Nagasaki-style essbarer Milkshake

milk shake aus nagasaki

Dieser Milkshake ist nicht wirklich das, was die meisten Leute jetzt als Bild im Kopf haben. Der Nagasaki Milkshake ist nämlich kein Getränk sondern erinnert von der Konsistenz her eher an ein Sorbet aus Kondensmilch und wird daher auch gelöffelt. Besonders im feucht-warmen Sommerwetter ist diese Süßspeise echt perfekt und wird auch meist nur als Sommer Spezialität angeboten. Es ist jedoch recht groß und ziemlich füllend, sodass man sich einen Milkshake, wenn man ihn als Nachtisch isst, besser mit mehreren Personen teilen sollte. Aber er ist auf jeden Fall die Empfehlung wert! Hat dich schon das Reisefieber gepackt? Wer mehr über leckere lokalen Speisen oder Sehenswürdigkeiten in Kyushu lesen möchte, erfährt hier mehr darüber.

Posted by Miriam & Yuya

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