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10 Samurai Filme aus Japan

sieben samurai | akira kurosawa

Samurai oder Bushi wurden die tapferen Schwertkrieger Japans bis zum Ende der Edo-Zeit (1868) genannt. In der japanischen Gesellschaft hatten sie einen hohen Rang und waren die einzigen, welche im Alltag bewaffnet sein durften. Doch wie man sich vorstellen kann ist das Leben als Krieger in Zeiten des Friedens besonders hart. Wie kann man seinen hohen Rang rechtfertigen, wenn es seit Generationen keinen Krieg, keine Schlachten oder keine Aufstände mehr gibt? Heute wird das Bild der Samurai romantisiert und sie werden als die edlen Beschützer Japans oder wahlweise als einsamer Wolf, der für ein hehres Ziel kämpft vermarktet. Doch nichts desto trotz gibt es viele Samurai Filme aus Japan, die echt gut, spannend und unterhaltsam sind. Ich möchte euch daher meine Top 10 Favoriten vorstellen. Bei jedem Film findet ihr auch meine persönliche Bewertung, wie gut ich den jeweiligen Film finde. Los geht’s:

  1. Die Sieben Samrai
  2. Yojinbo der Leibwächter
  3. Sanjuro
  4. Samurai der Dämmerung
  5. Zatoichi
  6. Hana
  7. Abacus and Sword
  8. Das Schloss im Spinnwebwald
  9. Harakiri
  10. Kagemusha – Der Schatten des Kriegers
samurai kämpfer

Wir haben uns für diesen Artikel mit den schwarz-weißen Klassikern von Kurosawa bis hin zu modernen Filmen von Kitano beschäftigt. Die Filme decken eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Aspekten rund um das Thema “Samurai” ab. Wer nun die Augen nach dem „letzten Samurai“ mit Tom Cruise offen hält, ist hier wohl falsch, denn wir wollen euch eher die japanischen Produktionen näher bringen. Sie geben unserer Meinung nach einen vielfältigen Einblick in die japanische Geschichte (Fokus: Samurai) aus japanischer Perspektive.

Die Sieben Samurai

Genre: Adventure, Historical fiction
Bewertung: 9 / 10
Keyword: Klassiker, Gesellschaft
Dauer: 207 min
Jahr: 1957
Regisseur: Akira Kurosawa

“Die Sieben Samurai” ist einer der bekanntesten Samurai Filme aus der Regie von Akira Kurosawa und viele internationale Regisseure wie George Lucas, Martin Scorsese, Steven Spielberg haben sich später in ihrem Schaffen dadurch beeinflussen lassen. In diesem Film geht es, wie der Titel schon sagt, um 7 Samurai in der Zeit der streitenden Reiche (Sengoku-jidai), die einen Bauernhof gegen plündernde Banditen verteidigen sollen.

Die Handlung ist sehr einfach, da sie in 3 Unterkapitel (Samurai sammeln, Kommunikation zwischen Bauern und Samurai und Kampf gegen die Banditen) unterteilt ist. Die Botschaft hinter dem Film ist jedoch etwas komplexer. Hier geht es darum, welche Art von Leben man eher wählen würde: Die Lebensweise der Bauern, welche ein risikoarmes, aber würdeloses und egoistisches Leben führen oder die Lebensweise der Samurai, welche viel Stolz und Würde haben, aber sich für andere aufopfern und dabei eventuell sogar ihr eigenes Leben riskieren müssen. (Im japanischen Verständnis stehen die Bauern für die gemeine Gesellschaft und die Samurai für Tugendhaftigkeit und Idealisierung der moralischen Werte).

Die inszenierten Schwertkämpfe sind sehr amüsant zu sehen und im Unterschied zu vielen anderen Schwarz-weiß Filmen, weder langweilig noch theatralisch übertrieben.

Yojimbo, der Leibwächter

Genre: Action
Bewertung: 9 / 10
Keyword: Ronin, Mifune
Dauer: 110 min
Jahr: 1961
Regisseur: Akira Kurosawa

Dieser Film ist ebenfalls von Akira Kurosawa. Yojimbo ist ein Entertainment Film, bei dem man nicht unbedingt viel denken muss, da es ein seichter Actionfilm ist. Der Hauptdarsteller Toshiro Mifune spielt einen coolen Schwertkämpfer. Mifune zeigt in der Rolle seine ausgezeichneten Schauspielkünste und einen sehr realistisch wirkenden Schwertkampfstil. Die Figur ist ein sehr starker Ronin (herrenloser Samurai), welcher in eine von Yakuza beherrschte Stadt kommt und zunächst als Leibwächter anbietet und sich dadurch sich im Verlauf der Ereignisse mit beiden lokalen Yakuza Gruppierungen anlegt. Sein Ziel ist es der kleinen Stadt wieder zu Frieden zu verhelfen und spielt daher raffiniert die Banden gegeneinander aus. Stilistisch würden wir den Film, aber eher als Action-Komödie beschreiben.

Sanjuro

Genre: Action, Comedy
Bewertung: 9.5 / 10
Keyword: Ronin, Mifune
Dauer: 96 min
Jahr: 1962
Regisseur: Akira Kurosawa

Bei der Fortsetzung von dem Film “Yojimbo” namens “Sanjuro” steht wiederum der Ronin im Mittelpunkt der Geschehnisse. Dieses Mal muss er gegen die Korruption in einem Familienclan vorgehen und eine Grupper junger, unerfahrener Samurai vor dem intriganten Clan-Vorsteher beschützen. Die beste Szene ist auf jeden Fall, in der Sanjuro (gespielt von Toshiro Mifune) innerhalb von 40 Sekunden 30 Gegner besiegt. Der Film ist geprägt durch einen angenehmen Wechsel zwischen leichten, amüsanten Szenen und spannungsgeladenen Sequenzen.

Im Vergleich zu Yojimbo ist der Film Sanjuro in wesentlich höherer Bildqualität gedreht worden und der Fokus wird eher auf den Charakter von Sanjuro gelegt. Man erfährt dabei mehr über die Denk- und Handlungsweise der Hauptfigur als in dem ersten Film.

Samurai der Dämmerung

Genre: Drama
Bewertung: 8 / 10
Keyword: Liebe
Dauer: 129 min
Jahr: 2002
Regisseur: Yoji Yamada

Dieser Film, welcher nach dem gleichnamigen Buch verfilmt wurde, dreht sich hauptsächlich um das Alltagsleben des armen Samurai “Seibei” und um die Liebe. Die meisten gezeigten Szenen enthalten keine blutigen Kampfhandlungen und grenzen diesen Film, allein dadurch von den meisten anderen japanischen Samurai-Filmen ab. Es wird stattdessen ein Einblick in die Denkweise und den Tagesablauf eines einfachen Samurai gewährt. Der Regisseur Yoji Yamada versucht in dem Film die Gefühle und Lebenswege der auftretenden Figuren darzustellen und zeigt dadurch die menschlichen Seiten eines Samurais.

Zatoichi

Genre: Action
Bewertung: 8 / 10
Keyword: Blutig, Pop
Dauer: 116 min
Jahr: 2003
Regisseur: Takeshi Kitano

Zatoichi ist der erste Historienfilm von Takeshi Kitano. Der blinde Samurai, Ichi, ist ein unschlagbar guter Schwertkunst-Meister. Zato war eine bestimmte Gruppe innerhalb der japanischen Gesellschaft für die Blinde, die es während der Edo-Zeit (ca. 1600-1870) in Japan gab. Dieser Film ist ein Remake von Shintaro Katsus’ Original von 1962. Der Regisseur Kitano hat zwar das Grundgerüst, die Handlung, beibehalten, aber durch doch sehr andere die Inszenierung einen ganz neuen Film geschaffen. Er brachte in das Genre der japanischen Samurai Filme auch Elemente aus dem Musical Genre und der Pop-Kultur ein. In einigen Szenen baute er auch Steptanz Sequenzen mit ein. Skurrilerweise lässt der Regisseur auch die vorher ermordeten Personen mit steppen. Die Handlung des Werks ist alles in allem nicht besonders tief, aber die Actionszenen sind schon allein wegen der humoristisch-übertriebenen Darstellungsweise sehenswert.

Hana

Genre: Drama, Comedy
Bewertung: 8.5 / 10
Keyword: Nachdenklich
Dauer: 127 min
Jahr: 2006
Regisseur: Hirokazu Kore-eda

Ein junger Samurai “Souza” lebt in armen Verhältnissen in der Stadt Edo (das heutige Tokyo) und sucht seit langer Zeit nach einem Mann, um sich für die Ermordung seines Vaters an ihm zu rächen. Souza ist alles andere als ein talentierter Schwertkämpfer. Genau genommen ist er sogar pazifist und möchte das Duell nicht durchführen. Jedoch wird man in dieser Zeit von der Regierung dafür bezahlt, wenn man seine Rache erfolgreich genommen hat. Eines Tages findet er zwar seinen Feind, überlegt dann aber, ob er den Kampf überhaupt machen muss, um seine Ehre zu retten und das Geld dafür zu erhalten. Der andere Samurai ist auch bereits im Ruhestand und hat jetzt eine eigene Familie. Der Bauernsamurai Souza überlegt nun, ob ihm die Rache wirklich etwas bringt (außer dem Geld).

Wird sich der schwache Samurai am Ende rächen oder nicht? Der Regisseur Kore-eda versucht in seinem Film den Zuschauer dazu an zu regen, darüber nachzudenken, ob bestimmte Rituale zwingend nötig sind oder nicht.

Abacus and Sword

Genre: Drama
Bewertung: 7 / 10
Keyword: Familie, Karriere
Dauer: 129 min
Jahr: 2010
Regisseur: Yoshimitsu Morita

Der Samurai Naoyuki ist ein untalentierter Schwertkämpfer mit nur einem niedrigen Einkommen, hat aber eine besondere mathematische Begabung. Er arbeitet als Buchhalter und rechnet alles mit dem japanischen Rechenbrett (Soroban) aus. Bei einem Miai (vermitteltes Kennenlern-Date mit Heiratsaussicht) lernt Frau Okoma kennen und verrät ihr, dass er ungeschickt ist und nichts außer mit dem Soroban zu rechnen kann und deshalb höchstwahrscheinlich keine Karrieremöglichkeit hat. Diese Ehrlichkeit hat Frau Okoma gut gefallen und sie beschließen zu heiraten. In diesem Film taucht fast keine Kampfszenen auf. Es ist vielmehr ein friedliches, tiefsinniges Familiendrama, das zum Denken anregt.

Das Schloss im Spinnwebwald

Genre: Drama
Bewertung: 8 / 10
Keyword: Shakespeare, Macbeth
Dauer: 105 min
Jahr: 1956
Regisseur: Akira Kurosawa

Zwei Krieger sind auf dem Weg nach Hause von einer erfolgreichen Schlacht und verlaufen sich im Spinnwebwald. Dort begegnen sie einem Geist, der ihnen prophezeit, dass der eine noch am gleichen Tag zum Lord über die nördliche Garnison und später der Lord des Schlosses Spinnwebwald werden würde. Der andere würde Kommandant werden, doch einer seiner Söhne würde schließlich Lord des Schlosses werden. Die erste Prophezeiung tritt tatsächlich, wie vorhergesagt ein. Durch eine Verkettung von Umständen und die machthungrige Frau des ersten Kriegers treten auch die restlichen Teile der Prophezeiung nach und nach ein. Kommt euch die Geschichte irgendwie bekannt vor? Der Film ist eine japanische Adaption von Shakespeare’s „Macbeth“.

Harakiri

Genre: Drama
Bewertung: 8 / 10
Keyword: Tragödie, Anti-Samurai
Dauer: 134 min
Jahr: 1962
Regisseur: Masaki Kobayashi

Ein Ronin (herrscherloser Samurai) besucht ein angesehenes Haus und bittet dort darum, Harakiri (rituellen Selbstmord) begehen zu dürfen, um ehrenvoll als Krieger von der Welt zu scheiden. In der Samurai Kultur spielt der Begriff “Harakiri” eine wichtige Rolle. Dadurch zeigt ein Samurai seine Loyalität und Tapferkeit. Außerdem kann er dadurch seine Ehre wahren. Da der Hausbesitzer verhindern möchte, dass ein Samurai in seinem Haus Harakiri begeht (was natürlich eine ganz schöne Schweinerei wäre…), schenkt er dem Ronin sein Schwert und Geld.

Ein Paar Tagen später kommt jedoch ein anderer Ronin und bittet wieder darum, auf dem Hof Harakiri machen zu dürfen, denn die Geschichte des ersten Ronin hat sich scheinbar herumgesprochen. Er versucht dadurch an Geld und Nahrung zu kommen. Dieses Mal jedoch entscheidet der Herr des Hauses, der Bitte des Ronin stattzugeben und ihn Seppuku / Harakiri machen zu lassen. Das wiederum bringt den Ronin in eine missliche Lage, denn eigentlich hatte er gar nicht geplant, tatsächlich Selbstmord zu begehen, doch jetzt einen Rückzieher zu machen wäre auch unehrenhaft. Wie wird sich der Ronin nun entscheiden? Wird er letztlich wirklich Harakiri machen? 

Kagemusha – Der Schatten des Kriegers

Genre: Historical fiction
Bewertung: 8.5 / 10
Keyword: Doppelgänger, Krieg
Dauer: 180 min
Jahr: 1980
Regisseur: Akira Kurosawa

Die Geschichte spielt im 16. Jahrhundert in Japan zur so genannten Sengoku-Zeit. Zu dieser Zeit versinkt das Land im Bürgerkrieg, denn die Kriegsfürsten kämpfen um ihr Territorium und für mehr Macht. Neben Oda Nobunaga und Toyotomi Hideyoshi ist Shingen Takeda einer der führenden Figuren zur Einigung Japans. Doch er wird eines Nachts aus dem Hinterhalt ermordet. Sein Clan verheimlicht seinen Tod und setzt einen Kagemusha (Doppelgänger) ein, der Shingen zum Verwechseln ähnlich sieht. Dieser Doppelgänger ist eigentlich ein Dieb, der vormals eben wegen seines Aussehens von Shingen begnadigt wurde. Nur Shingens engste Berater sind in den Plan eingeweiht und helfen dem Kagemusha seine Rolle zu spielen. Er ist so gut, dass er es schafft, Shingens Freunde, Familie und Feinde zu täuschen. Sogar seine Konkubinen merken nicht, dass sie mit einem Dieb zu tun haben, bis….

Wollt ihr noch mehr über japanische Filme lesen und mehr Vorschläge haben? Dann schaut doch in unserem Beitrag vorbei.

Updated: 24.05 20 | Posted by Yuya

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