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Minimalismus – Der moderne Lifestyle

Das Konzept “Minimalismus” findet man heutzutage in so ziemlich allen Bereichen des Lebens und beschreibt die mehr oder weniger strikte, willentliche Abkehr vom Konsum. Auch wenn der Ansatz, den Minimalismus-Gedanken in das Alltagsleben zu integrieren noch recht neu ist, gibt es in Japan schon seit langem das Konzept der Schönheit durch Schlichtheit.

Besonders in der Gestaltung der japanischen Teezeremonie konzentriert man sich speziell auf jede einzelne Bewegung und jeden Eindruck, den man während der Zeremonie aufnehmen kann. Jedes unnötige Deko-Element, Geräusch oder Geruch wäre hier nur störend und ablenkend. Diesem Gedanken der maximalen Konzentration auf das Wesentliche folgend, endet man unweigerlich bei einem Schluss. Um sich auf sein Selbst, seine Lebensziele und sein Glück konzentrieren zu können, sollte man zunächst alles Störende reduzieren. Hier setzen Leute wie Kenya Hara, der Chefdesigner der japanischen Firma MUJI und Marie Kondo, welche das moderne Konzept des Minimalismus-Lifestyles maßgeblich geprägt hat, an.

Aufräumen als Lifestyle

Die japanische Bestseller-Autorin und Ordnungsberaterin, Marie Kondo hat eine Methode entwickelt, mit der man in kürzester Zeit und nachhaltig sein Zuhause aufräumen kann. 2012 hat sie über die sogenannte “Konmari”-Methode ein Buch geschrieben, welches heute in über 27 Sprachen erhältlich ist. Seit Anfang 2019 gibt es auch eine Netflix Serie, die sich mit dieser Kunst des Aufräumens beschäftigt. Sie sagt, dass die äußere Ordnung der Umgebung auch die innere, seelische und gedankliche Ordnung beeinflusst. 

Die Grundsätze der Ordnung

  • Alle Gegenstände, die aufgeräumt werden sollen, werden an einem Ort gesammelt.
  • Jeder Gegenstand wird dann in die Hand genommen und man fragt sich: “Macht macht dieser Gegenstand glücklich oder nicht?”
  • Wenn die Antwort “Nein” lautet, bedankt man sich bei diesem Gegenstand und lässt ihn gehen (wirft ihn in den Müll).
  • Wenn die Antwort “Ja” lautet, wird ein passender Ort im Haus für diesen Gegenstand gesucht, an den er zukünftig immer gehört.

Man exerziert diesen Vorgang so lange durch, bis nur noch Gegenstände in der Wohnung (oder dem Haus) sind, die einen glücklich machen. Durch die Reduktion auf das Wesentliche, wird hier Raum geschaffen um sein eigenes Glück zu entfalten.

Kenya Hara – Das große Nichts

Er ist wohl einer der einflussreichsten, japanischen Designer der modernen Zeit. Seine Werke zeichnen sich durch betonte Schlichtheit und Einfachheit aus. Er wählt stets klare und schnörkellose Formen und hält sich mit Farben sehr zurück. Besonders die Farbe “Weiß”, findet sich sehr häufig in seinen Kreationen. Kenya Hara sagt, dass besonders diese Farbe eine Leere symbolisiert, die viel Raum für Interpretation schafft. Man kann somit die eigenen Gedanken in diesen leeren Raum fließen lassen und ihn damit ausfüllen. Diese Vielfalt an Möglichkeiten, welche die “Emptiness” füllen können, ist nur so limitiert, wie die Grenzen der eigenen Vorstellungskraft.

Eine Schüssel zum Beispiel kann mit allem Möglichen gefüllt werden. Ob mit einer Flüssigkeit oder festen Gegenständen bleibt der Person überlassen, welche diese Schüssel befüllt. Die Schüssel als solches enthält also die Möglichkeiten, welche aus der Leere resultieren.

Minimalismus in der Praxis

Neben diesen zwei eher abstrakten Ansichten, die sehr symbolhaft sind, gibt es aber auch ganz pragmatische Ansätze. Es existiert heutzutage eine beachtliche Anzahl an Minimalismus-Youtubern und Influencern. Sie stellen sehr konkret dar, wie Minimalismus als Lifestyle auszusehen hat. Außerdem gibt es in etwa genauso viele kritische Stimmen, die wiederum ihr eigenes Konzept und ihre eigene praktische Umsetzung für PERFEKT halten. Doch ist es im Endeffekt nicht jedem selbst überlassen zu entscheiden, was Minimalismus ist und wie man es in den Alltag integriert? Grundsätzlich haben jedoch alle gemeinsam, dass um die Konzentration auf die wichtigen Dinge im Leben ist; was auch immer das bedeutet.

Posted by Miriam

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