Lifestyle in Japan

Das Japanische im Deutschen

Heutzutage gibt es viele japanische eingedeutschte Wörter, die Jeder kennt und in seinem normalen Alltagsvokabular verwendet, ohne genauer über die Herkunft nach zu denken. Tsunami, Bonsai, Sushi, Ninja und so weiter, kennt natürlich jeder, aber wie steht es mit Ausdrücken wie “ganbarieren” oder “zum Nomikai gehen”? Hier in den folgenden Zeilen, schreiben wir über Begriffe, die nicht so allgemein bekannt sind, aber woran man typischerweise Japanologen und Japanologie-Studenten identifizieren kann. Möchtet ihr mehr darüber erfahren oder gehört ihr vielleicht auch dazu? Findet es heraus…

Hier sind 8 typische Japanologen Deutsch:

bei etwas ganbarieren

Japaner sind bekannt als fleißige Arbeitstiers, die von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang und darüber hinaus schuften. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie einen Begriff für “sich bei einer Sache bemühen und sein Bestes geben” in ihrer Sprache haben. Bei etwas ganbarieren ist von eben diesem Begriff (jap. ganbaru) abgeleitet. Die Einstellung zu Themen wie Work-Life-Balance ist bei Japanern und Europäern völlig verschieden, da ist es nicht verwunderlich, dass sie viele Überstunden und wenige Urlaubstage haben. In Japan gibt es keine “Ruhetage” wie das Wochenende. Die Arbeitstage beinhalten Samstage und Sonntage, so dass sich viele Japaner freuen, wenn sie über 100 Tage Urlaub pro Jahr haben. D.h. 52 Wochen x 2 Tage = 104 Tage. Doch zurück zu dem Begriff… Hier bei uns wird er meistens im Kontext von Lernen, Prüfungen oder bei der Arbeit verwendet und bedeutet soviel wie: sich anstrengen.

zum Nomikai gehen

Macht ihr gerne eine Kneipentour mit Freunden oder Kollegen? Da Japaner oft hart und lange arbeiten, brauchen sie einen Ausgleich und trinken ebenso oft hart und lange… In den meisten japanischen Kneipen gibt es ein wunderbares All-You-Can-Drink-System “OsakeNomihoudai”, bei dem man einen fixen Preis bezahlt und dafür so viel trinken kann, wie man möchte bzw. man verträgt. Nomikai sind außerdem eine wichtige soziale Veranstaltung, um bestimmte Anlässe gemeinsam mit Freunden oder Arbeitskollegen zu jubilieren und beinhalten meistens, dass der Chef sturzbetrunken und mit der Krawatte um den Kopf gebunden irgendwelche Lieder grölt. Es ist auf jeden Fall eine lustige Erfahrung, wenn man mal die Gelegenheit hat, daran teilzunehmen.

etwas kawaii finden

Kawaii ist die japanische Entsprechung für “süß” oder “niedlich” und wird manchmal auch im Sinne von “kindlich und liebenswert” verwendet. Der große Teil der japanischen Frauen ist völlig verrückt nach kawaii-Sachen und dem kawaii-Lifestyle. Doch was ist die Kawaii Kultur eigentlich? Kawaii ist einfach gesagt, alles was irgendwie niedlich ist. Aber das ist nicht alles: Inzwischen hat der Begriff einige neue Bedeutungen angenommen und sich als unverzichtbarer Ausdruck für das, was auch immer japanische Mädchen mögen etabliert – schön, cool, komisch, pop, bunt, funkelnd, flauschig usw. Und nun tauchen auf Grund dieses Ausdrucks neue Mode-Gattungen auf, Anime Maskottchen, Nail Art, Süßigkeiten und Promi-Idole.

Es gibt keine Regeln. Alles kann überall Kawaii sein, Hauptsache süß. Jetzt fragt man sich vielleicht, warum Japanologen das Wort so oft verwenden, wo wir doch eigentlich genügend Wörter im Deutschen haben, um das Wort zu umschreiben. Der Grund ist eigentlich ganz einfach: Ein Ausdruck wie “süüüüüüüüüüß” kann man in Deutschland vielleicht noch als Teenie verwenden, ist aber aus dem Mund einer erwachsenen Frau irgendwie lächerlich. Kawaii jedoch, hat zwar eigentlich die gleiche Bedeutung, klingt aber durch den Filter der Fremdsprache wesentlich verträglicher und beinhaltet einfach ein größeres Bedeutungsfeld.

etwas natsukashii finden

Dieser Begriff ist nicht so einfach direkt zu übersetzen, weil dieses Konzept so weder im Deutschen noch im Englischen existiert. Das ist auch der Grund, warum Japanologen ihn einfach übernehmen, so wie er ist. Natukashii beschreibt ein nostalgisches Gefühl, eine lange zurückliegende Erinnerung an etwas Liebgewonnenes. Natukashii wird oft beim Essen benutzt oder wenn man an einen Ort aus seiner Kindheit oder Jugendzeit zurück kehrt. Wenn man also ein Gericht isst und sich dadurch an die gute alte Zeit  erinnert und dabei wohl fühlt, dann findet man es natsukashii. Was ist für euch natsukashii?

Senpai / Kouhai sein

In Japan gibt es ein gesellschaftliches Konzept, dass Senpai-Kohai heißt und eine zwischenmenschliche Beziehung beschreibt. Senpai ist dabei die ältere Person oder die Person, die schon länger in der Gruppe / Firma etc. ist. Kouhai ist die jüngere oder neuere Person. Da die meisten Japaner extrem auf Höflichkeit achten, gibt es viele verschiedene Höflichkeitsformen. Um dann treffsicher die richtige Form im Gespräch zu wählen, ist es sehr wichtig zu wissen, ob der Gesprächspartner älter ist oder jünger ist. Der jüngere Gesprächspartner (Kohai) muss stets höflicher mit seinem Gegenüber sprechen, als der Ältere (Senpai) mit dem Jüngeren. Im Gegenzug muss der Senpai sich um das Wohlergehen seines Kohais kümmern. Die Beziehungsansicht stammt aus der konfuzianischen Lehre bzw. deren moralischen Grundlagen, die aus dem alten China nach Japan gekommen sind und sich in verschiedenen Aspekten der japanischen Philosophie verbreitet haben.

Japanologen benutzen den Senpai-Kohai Begriff wesentlich lockerer und beschreiben häufig den Altersunterschied oder die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Die anderen Aspekte entfallen weitgehend.

Otaku sein

Der Begriff “Otaku” bezeichnet Anime-, Manga- und Science-Fiction-Fans, die im Prinzip ihre gesamte Freizeit für ihre Leidenschaft aufwenden. Es wird ähnlich wie das englische Wort „Nerd“ benutzt, obwohl die Konnotation etwas anders ist. Während ein Nerd für sein Können auch von anderen Leuten (die nicht in dem Bereich zuhause sind) bewundert oder geachtet wird, wird das Otaku-sein in Japan einfach als uncool angesehen. Doch in dem tokioter Stadtteil “Akihabara” ist das Otaku Mekka zu finden. Dort treffen sich die Cosplayer, Figurensammler und Video-Game Zocker um die neusten Artikel zu konsumieren.

etwas ist Shōganai

Shōganai ist eine idiomatische Redewendung , die so viel bedeutet wie „Da kann man nichts machen“ oder „Es ist nicht zu ändern“. Diese Redewendung wird meistens angewandt, wenn eine Situation wie eine Tragödie, Katastrophe oder Ungerechtigkeit unvermeidlich ist und selber nicht kontrollieren kann. Die Bahn kommt wieder verspätet. Im Winter in Deutschland ist so schweine kalt und regnerisch. Es sind eben Dinge mit denen man sich arrangieren muss und wo viel jammern auch nichts bringen würde. Das ist dann einfach Shōganai!

Otukare (sama) !

Das Wort „Otsukaresama“ hört man überall und ständig in Japan zum Beispiel bei der Arbeit, am Telefon, zwischen Freunden und Familie, als Begrüßung, nachdem etwas gemacht wurde (alleine oder zusammen) und sogar als Abschied. Wie magisch! Aber was bedeutet es? Ganz einfach das bedeutet wir haben gut gemacht bzw. gut gearbeitet. Es soll damit der Respekt und die Wertschätzung für die Arbeit der Anderen zum Ausdruck gebracht werden.

Kennt ihr noch mehr eingedeutschte japanische Begriffe? Wenn ja, dann schreibt gerne etwas in das Kommentarfeld. Wir freuen uns darauf.

Published: 19.11.2018 | Posted by Yuya

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