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Japanischer Zeichentrickfilm – 10 bekannte Anime Filme

prinzessin mononoke

Japanische Zeichentrickfilme, Anime-Filme sind häufig in Europa noch als Kinder-Filme angesehen. Sie fallen in die gleiche Kategorie wie Biene Maja, Heidi, Wicki oder bekannte amerikanische Zeichentrickfilme. Es gibt aber auch viele Anime-Filme, die eine tiefgründige und nachdenkliche Geschichte erzählen. Anime ist nur eine Art der Darstellung, doch die Inhalte können verschiedenste Genres abdecken, wie z.B. Sci-Fi, Drama- oder Antikriegsfilme. 

Heute möchte ich euch einige sehr bekannte und einige eher unbekannte Filme, die für Erwachsene geeignet sind vorstellen. Dabei gebe ich euch eine kleine Zusammenfassung und mein persönliches Feedback zu lesen. Es gibt unglaublich viele gute Anime-Filme und ich könnte die Hälfte der Liste allein schon mit Studio-Ghibli-Filmen füllen. Doch ich wollte bewusst auch andere Filme mit in meine Liste aufnehmen. Die Liste enthält allerdings nicht nur meine Favoriten, sondern auch einige bekannte Filme, die mir persönlich nicht so gefallen haben, aber trotzdem nennenswert sind. Natürlich fehlen hier einige Klassiker und vielleicht sogar dein Lieblingsfilm, doch ich würde mich freuen, wenn du dann einen Kommentar mit deinem Favorit hinterlässt. 

  1. Prinzessin Mononoke
  2. AKIRA
  3. Chihiros Reise ins Zauberland
  4. Ame & Yuki – Die Wolfskinder
  5. Your Name.
  6. Mein Nachbar Totoro
  7. Das Mädchen, das durch die Zeit sprang
  8. Die letzten Glühwürmchen
  9. In this Corner of the World
  10. Miss Hokusai

Prinzessin Mononoke

Genre: Adventure, Historical fiction
Bewertung: 9.5 / 10
Keyword: Natur & Menschen
Dauer: 134 min
Jahr: 1997
Regisseur: Hayao Miyazaki

Story:
Früher in Japan, als die Natur und der Wald noch von Göttern besiedelt war, lebte in einem kleinen Dorf ein Prinz namens Ashitaka. Nachdem er von einem wildgewordenen Eber-Dämon tödlich verflucht wurde, macht er sich auf die Suche nach einem Heilmittel und dem Ursprung des Bösen. Er trifft auf seiner Reise eine junge Frau namens “San” (Prinzessin Mononoke) in einem Wald, die von einer Wolfsgöttin erzogen wurde. San will ihren Wald vor der Zivilisation / Rodung retten und kämpft mit den uralten Tiergöttern zusammen gegen die Menschen. Ashitaka glaubt fest, dass das Zusammenleben von Menschen und Natur möglich ist. Doch bald steht er zwischen den Fronten eines Krieges zwischen Mensch und Natur. 

Feedback
Als ich zum ersten Mal den Film im Kino gesehen habe, war ich noch relativ jung und sehr von der Visualisierung und Handlung fasziniert. Ich war etwas überrascht wegen der düsteren Handlung, Brutalität und der sehr ernsten Geschichte. Meine Begeisterung ist nach wie vor da, doch jetzt eher wegen der Kernbotschaft des Films, “Konflikt zwischen dem Fortschritt der Menschheit und der ursprünglichen Natur”. Die Bilder der Wälder und Landschaften werden wirklich sehr detailliert, magisch und spirituell dargestellt. Doch durch eben diese wundervolle Darstellung der Wälder und Natur, sowie dass man durch Ashitakas Augen die Leute aus dem Dorf näher kennenlernt, fühlt man sich als Zuschauer mit beiden Welten verbunden.

AKIRA

Genre: Sci-Fi, Cyberpunk
Bewertung: 9.5 / 10
Keyword: Futuristisch, Supernatural
Dauer: 124 min
Jahr: 1988
Regisseur: Katsuhiro Ôtomo

Story:
Im Juli des Jahres 1988 wurde Tokyo durch eine Atombombe zu einem großen Teil zerstört. Die Geschichte spielt jedoch 31 Jahre später im Jahr 2019 und dreht sich um die beiden Mitglieder einer Motorradgang, Kaneda und Tetsuo. Sie und ihre Gang-Freunde machen mit ihren futuristischen Motorrädern die Straßen von Neo-Tokyo, welches nach der Zerstörung aus den Trümmern entstand, unsicher. Durch einen Unfall erhält Tetsuo plötzlich Superkräfte und wird in ein streng geheimes Militärprojekt verwickelt. Dadurch löst er sich schließlich von Kaneda und beschreitet seinen eigenen Weg.

Feedback:
AKIRA ist einer der bedeutendsten und einflussreichsten Anime-Filme und stellte einen Wendepunkt für die Akzeptanz von Anime als Kunstform dar. Die Handlung ist aufgrund der verschiedenen Handlungsstränge etwas komplex, doch durch die Perspektive von Kaneda und Tetsuo gut nachvollziehbar. Auch die visuellen Effekte und der Ton sind super, besonders wenn man bedenkt, dass der Film bereits vor über 30 Jahren in die Kinos kam. Der Regisseur Omoto legte sehr großen Wert auf die Details und düstere Atmosphäre, welches sich meiner Meinung nach echt bezahlt macht. Er gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsfilmen und ich kann ihn nur weiterempfehlen.

Chihiros Reise ins Zauberland

Genre: Fantasy, Coming-of-age
Bewertung: 8.5 / 10
Keyword: Magie, Onsen
Dauer: 125 min
Jahr: 2001
Regisseur: Hayao Miyazaki

Story
Auf dem Weg zu ihrem neuen Haus entdecken die Grundschülerin Chihiro und ihre Familie einen verlassenen Freizeitpark. Durch ein Missverständnis werden ihre Eltern plötzlich in Schweine verwandelt und sie muss sie retten. Zum Glück kommt ihr der Drache Haku zur Hilfe und Chihiro bekommt durch ihn einen Job in einem Badehaus in dem Zauberland. In diesem muss sie die Gäste – japanische Naturgötter, Dämonen und Geister – bedienen. Chihiro arbeitet hart und wird durch ihre Erfahrungen von einem verängstigten kleinen Kind zu einem mutigen Mädchen, dass ihr Glück selbst in die Hand nimmt.

Feedback
Der Film hat 2002 die Auszeichnung “Goldener Bär” und 2003 den Oscar für den besten animierten Spielfilm gewonnen und das meiner Meinung nach zu Recht. Dieser Film stellt einige Teile der japanischen Kultur wie z. B. shintoistische Götter und das Badehaus (Ryokan und Onsen) so fantastisch dar, dass man fast glauben könnte, dieser verzauberte Ort existiere irgendwo in Japan. Man merkt, dass der Film nicht nur für Kinder gemacht wurde, da viele der Figuren einen komplexen Charakter besitzen. Es gibt kein klares “gut und böse”, wie es in Kinderfilmen häufig der Fall ist. Mir hat das gut gefallen, denn abgesehen von dem atmosphärischen Soundtrack (von Joe Hisashi), den liebevoll gezeichneten Szenen und der spannenden Storyline, ist der Film für viele verschiedene Zielgruppen geeignet.

Ame & Yuki – Die Wolfskinder

Genre: Drama
Bewertung: 8.5 / 10
Keyword: Familie, Wolf
Dauer: 117 min
Jahr: 2012
Regisseur: Mamoru Hosoda

Story
Die Geschichte beginnt damit, dass sich die Studentin Hana in einen mysteriösen Kommilitonen an der Uni verliebt. Er hat ein Geheimnis und zwar ist er Halb Mensch und Halb Wolf. Trotz des Schocks dieser Offenbarung beschließt sie bei ihm zu bleiben. Sie gründen kurz darauf sogar ihrer eigene kleine Familie. Die lebhafte Tochter, Yuki wird ebenfalls als Wolfsmensch geboren und wir hören die Geschichte ihrer Mutter aus ihrem Mund. Ein Jahr später wird der kleine Brunder, Ame geboren und das Glück der Eltern scheint perfekt zu sein. Doch dann ereignet sich ein tragischer Unfall, der die junge Mutter zwingt ihr ganzes Leben umzugestalten um ihre Kinder zu beschützen.

Feedback
Dieser sehr ruhige, aber emotionale Film hat mir besonders gut gefallen, da er ein ganzes Spektrum verschiedener familienbezogener Themen abdeckt. So wird hier die unendliche Mutterliebe, der Umgang mit Existenzängsten, die Findung der eigenen Identität der Kinder, die Pubertät als Abnabelungsprozess und schließlich das über sich Hinauswachsen dargestellt. Die ganze Geschichte ist gespickt mit Metaphern und Andeutungen, die mal und mehr mal weniger subtil auf die tiefgründigen Botschaften des Films hindeuten. Ich finde, dass es daher der beste Film von Mamoru Hosoda ist, obwohl solche sentimentalen, niedlichen Filme sonst eher nicht so meinen Filmgeschmack treffen.

Your Name.

Genre: Magical realism, Drama
Bewertung: 6 / 10
Keyword: Liebe, Teen, Body-Switch
Dauer: 106 min
Jahr: 2018
Regisseur: Makoto Shinkai

Story
Die Teeagerin Mitsuha lebt in dem Kaff Itomori und wünscht sich nichts sehnlicher als in ihrem nächsten Leben als gut aussehender Junge in Tokyo wiedergeboren zu werden. Der etwa gleichaltrige Oberschüler Taki lebt in Tokyo, arbeitet in einem schicken Restaurant und hat alles wovon Mitsuha träumt. Doch als Mitsuha eines Morgens aufwacht, wird ihr Traum zur Realität. Sie befindet sie sich in einem unbekannten Zimmer, in einem fremden Jungen-Körper und zwar Taki’s. Er widerum ist plötzlich in Mitsuha’s Körper. Das führt erstmal zu reichlich Verwirrungen aller Beteiligten. Taki und Mitsuha machen sich auf die Suche nach dem jeweils Anderen, doch wie findet man eigentlich seinen Seelenverwandten, besonders wenn das Schicksal auch noch ein Wörtchen mitzureden hat?

Feedback
Der Film gehört zwar nicht zu meinen Favoriten, weil er für meinen Geschmack zu sehr in die Richtung Rom-Com geht. Doch es gibt einige Aspekte des Films, wegen denen ich nachvollziehen kann, weshalb der Film weltweit zum Megahit wurde. Da wäre zunächst die Umsetzung der Szenerie, welche atemberaubend detailliert gezeichnet wurde und einen direkt in den Film hineinzieht. Auch der große Plot-Twist, die Darstellung der japanischen Shinto-Kultur und den Soundtrack finde ich sehr gelungen. Die Idee des zwischen geschlechtlichen Körpertauschs ist kein neues Konzept, sondern sehr gängig in Anime. Dass sich die beiden Jugendlichen jedoch überhaupt nicht kennen und zusätzlich noch einige weitere Dimensionen mit in die Geschichte hineinspielen und trotzdem eine harmonische Storyline entsteht, finde ich überraschend gut gemeistert.

Mein Nachbar Totoro

Genre: Fantasy, Drama
Bewertung: 7 / 10
Keyword: Familie, Niedliche Monster
Dauer: 86 min
Jahr: 1988
Regisseur: Hayao Miyazaki

Story
Die 4 jährige Mei, 10 jährige Satsuki und ihr Vater ziehen von Tokyo in die Provinz Matsugou, um die kranke Mutter im Krankenhaus häufiger besuchen zu können. Eines Tages trifft die kleine Mei im Wald ein merkwürdiges Tier namens “Totoro”, das gerade ein Nickerchen hält. Totoro sieht wie eine Mischung aus Eule und Katze aus und ist ein Waldgeist, der nur für Kinder sichtbar ist. Kurz darauf freundet sich Satsuki auch mit dem Waldgeist an. Zusammen erleben sie viele kleine magische Abenteuer.

Feedback
Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich mir den Film angeschaut habe, aber bestimmt mehr als 10 Mal. Wenn man in Japan aufwächst, kommt man an diesem Film kaum vorbei und auch in Europa ist er inzwischen sehr beliebt. Obwohl der Film nicht so vielschichtig ist, wie viele andere Ghibli-Filme, kann man doch bei jedem Anschauen etwas Neues entdecken. Der Film ist ein warmherziger Kinderfilm, der mit viel Liebe zum Detail erstellt wurde. Ich bekomme auf jeden Fall immer gute Laune, wenn ich mir den Film anschauen. Alle Charaktere sind so nett und sympathisch dargestellt. Dieser Film ist zwar hauptsächlich für Kinder gemacht, aber er ist auch für Erwachsene gar nicht langweilig oder zu banal. Eltern können ihn auch mit ihren Kinder zusammen anschauen und die geheime Welt von Totoro erleben. Außerdem ist Totoro einfach super flauschig und so niedlich.

Das Mädchen, das durch die Zeit sprang

Genre: Magical realism
Bewertung: 7 / 10
Keyword: Teen, Zeitreise
Dauer: 98 min
Jahr: 2006
Regisseur: Mamoru Hosoda

Story: Das 17-jährige Mädchen Makoto Konno ist etwas tollpatschig, burschikos und hängt gern mit ihren beiden Kumpels, Chiaki und Kosuke ab, die in der selben Klasse sind. Meistens spielen sie nach der Schule zusammen Baseball und genießen ihr High-School Leben. Doch eines Tages entdeckt Makoto, dass sie willentlich in die Vergangenheit springen kann. Wie jeder Teenager, passieren ihr peinliche Sachen, die sie auf diese Weise ungeschehen machen will. Doch diese Zeitreisen bringen unerwartete Schwierigkeiten mit sich.

Feedback
Der Film gehört sicher nicht zu den actiongeladenen Filmen, ganz im Gegenteil: Größtenteils plätschert der Film so vor sich hin und zeigt die Höhen und Tiefen eines nicht ganz so gewöhnlichen Teenagerlebens. Was mir persönlich aber so gut gefallen hat ist die absolut realistische Darstellung des Sommers. Es bringt mich in Gedanken direkt zurück in meine Zeit als Teenager in Japan mit dem höllisch-heißen Sommer, dem Anhängen mit Freunden und dem unablässigen Zirpen der Zikaden. Im Japanischen gibt es für das Gefühl ein sehr treffendes Wort: Natsukashii! Es beschreibt dieses leicht wehmütige Zurückdenken an die schöne Jugendzeit. Abgesehen davon ist der Film für Manche sicherlich etwas langweilig, da es nun eben um ein Teenager-Mädchen geht, was ihre alltäglichen und unbedeutenden Problemchen versucht durch Zeitreisen wieder gut zu machen. Zumindest so lange, bis es plötzlich um das Leben ihrer besten Freunde geht. Alles in Allem ist der Film eher “leichte Lektüre”.

Die letzten Glühwürmchen

Genre: Historical, Drama
Bewertung: 9.5 / 10
Keyword: Krieg, Familie, Armut
Dauer: 89 min
Jahr: 1988
Regisseur: Isao Takahata

Story:
Der 14-jährige Seita und seine kleine Schwester Setsuko leben 1945 im vom zweiten Weltkrieg zerrütteten Japan in der Stadt Kobe. Zu beginn leben sie mit ihrer Mutter zusammen, welche bei einem tragischen Bombenangriff ums Leben kommt. Der Vater ist schon vor Jahren in den Krieg gegangen und es bleibt bis zum Schluss unklar, ob dieser noch lebt. Nach dem Tod der Mutter werden die beiden Kinder zunächst bei ihrer lieblosen, kaltherzigen Tante untergebracht. Diese betrachtet die Kinder jedoch als Schmarotzer und gibt ihnen immer weniger zu essen. Seita entscheidet mit Setsuko auszuziehen. Sie kommen in einem alten Bunker an einem See unter. Die Gegend ist ländlich und am Abend kann man hier die Glühwürmchen tanzen sehen. Doch der Krieg und damit die zusammenhängende Hungersnot werden immer schlimmer, weshalb sich Seita mit der Rolle als Versorger konfrontiert sieht.

Feedback:
Dieser Film ist ein Paradebeispiel dafür, dass nicht jeder Zeichentrickfilm für Kinder gemacht ist. Doch auch für Erwachsene ist der Film echt krass, denn er führt einem die schlimmsten Auswirkungen des Krieges vor Augen und lässt einen mit den beiden kleinen Kindern mit leiden. Bisher sind mir jedes einzelne Mal, da ich mir den Film angeschaut habe die Tränen gekommen, weil ich den Kindern gerne geholfen hätte und mich doch absolut hilflos gefühlt habe. Ich kenne niemanden, den dieser Film kalt lassen würde. In Japan wird dieser Film häufig am 15. August im Fernsehen gezeigt, da es die Leute am nationalen Gedenktag für Opfer des 2. Weltkriegs an die Schrecken eines solchen Krieges erinnern soll. Es ist ein sehr guter Film, allerdings vielleicht nicht die beste Wahl für das erste Date.

In this Corner of the World

Genre: Historical, Drama
Bewertung: 8 / 10
Keyword: Krieg, Familie, Hiroshima
Dauer: 129 min
Jahr: 2017
Regisseur: Sunao Katabuchi

Story:
Dieser Film spielt ebenfalls zur Zeit des 2. Weltkriegs, doch unterscheidet er sich sowohl in der Storyline, als auch der Umsetzung sehr stark von dem Film “Die letzten Glühwürmchen”. Die Geschichte dreht sich um das Alltagsleben eines jungen (etwas verpeilten) Mädchens bzw. später einer jungen Frau, die seit ihrer Kindheit gerne zeichnet. Sie wurde mit einem Mann verheiratet, den sie kaum kannte und lebt nun mit in seinem Elternhaus in der Nähe von Hiroshima und schlägt sich mit dem Leben als Hausfrau herum. In Zeiten des Krieges, dem Mangel an Essen, dem ständig wiederkehrenden Bombenalarm und zusätzlich noch einer biestigen Schwägerin, ist das leben nicht leicht.

Feedback
Mir hat der Film wirklich sehr gut gefallen, da die fast friedlich und harmlos wirkende Darstellung / Art der Zeichnung und die wirklich schrecklichen Auswirkungen des Krieges und des Atombombenabwurfs auf Hiroshima solch einen harten Kontrast erzeugen. Der Film ist eher für Erwachsene und weniger für Kinder geeignet, da die Inhalte nun einmal Kriegshandlungen, -verletzungen und Elend zeigen. Daher mag der Film eventuell verstörend auf Kinder wirken. Die Perspektive aus der, der Film erzählt wird ist ganz klar die des japanischen “Normalbürgers” zu dieser Zeit. Ob man dies nun gut findet oder nicht, sei dahin gestellt. Dennoch finde ich, dass es einen guten Einblick in das Alltagsleben während des Kriegs gibt und ist deshalb ein spannender und empfehlenswerter Film.

Miss Hokusai

Genre: Historical fiction
Bewertung: 7.5 / 10
Keyword: Ukiyo-e, Edo
Dauer: 93 min
Jahr: 2016
Regisseur: K. Hara & S. Sheh

Story:
Die Ukiyo-e Künstlerin Oei arbeitet mit ihrem chaotischen Vater, der ebenfalls Künstler ist, in einer unaufgeräumten Werkstatt zusammen. Er ist der bekannte Ukiyo-e Künstler Katsushika Hokusai. Hokusai ist für seine verrückte und sture Art bekannt. Oei ist eine sehr talentierte Malerin, aber sie steht im Schatten ihres berühmten Vaters. Obwohl Oei für ihre meisterhaften Porträts von Frauen (Bijin-ga) bekannt ist, hatte sie besonders die erotische Bilder (Shunga) zu malen, bereitet ihr am Anfang Schwierigkeiten. Da sie jedoch ähnlich ehrgeizig und stur ist, wie ihr Vater, gibt sie nicht auf und schult ihre eigenen Fähigkeiten immer weiter. Beiden liegt das streben nach Höherem im Blut, welches beide Künstler bis an ihr Lebensende begleitet.

Feedback
Der Film zeigt eine einzigartige Perspektive auf einen der größten Künstler der Edo-Zeit: Hokusai, den verschrobenen, unordentlichen Künstler und der wenig liebevolle und feige Vater, der sein ganz eigenes Leben, abseits der Gesellschaft führt. Neben der guten Storyline, bekommt man als Zuschauer auch einen sehr guten Einblick in die japanische Alltagswelt vor etwa 200 Jahren. Der Film ist sehr empfehlenswert, wenn man sich für diese Epoche Japans interessiert und einen eher ruhigen, schönen Film sucht.

Wollt ihr noch mehr über japanische Filme lesen und mehr Vorschläge haben? Dann schaut doch in unserem Beitrag vorbei.

Published: 05.05.2020 | Posted by: Yuya

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