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Sake – Diversität des Reisweins

Sake ist für Japan, wie Bier für Deutschland oder Wein für Frankreich. So wie jeder Deutsche unterschiedliche Biersorten kennt und fast jeder Franzose eine Reihe verschiedener Weine unterscheiden kann, so kennt auch fast jeder Japaner den Unterschied zwischen den verschiedenen Sake Sorten. Außerdem wird in Japan je nach Jahreszeit anderer Sake getrunken – im Frühling frischen, unvollständig vergorenen Sake (ähnlich wie Federweißer); sommers gekühlt oder als Longdrink; im Herbst den gegorenen und über den Sommer eingelagerten Sake; winters länger gereiften Sake. Darüber hinaus gibt es verschiedene Regionen in Japan, die jeweils für ihre lokalen Sake Spezialitäten bekannt sind.

Regionale Sake-Unterschiede in Japan

Tohoku – Die nördliche Region der Hauptinsel Honshu ist für die Qualität seines Reises und damit auch des daraus hergestellten Sake sehr bekannt. Auch die Quantität der verschiedenen Sorten übertrifft, die der anderen Regionen bei Weitem. Der Sake aus Tohoku ist auf Grund des kalten Klimas eher scharf im Geschmack.

Kansai – Die Region um Osaka und Kyoto ist als Heimatort für klaren Sake, der weniger als 22% Alkohol enthält, bekannt. Diese Art von Sake wird auch Seishu genannt. Es gibt in Kansai viele traditionelle Sake Brauereien. Der Geschmack ist im Unterschied zum Tohoku-Sake sehr mild und elegant.

Chugoku – Die Region Chugoku liegt im Südwesten von der Honshu, in der Gegend von Hiroshima. Neben der Atombombe und Okonomiyaki ist Hiroshima auch für den besonders aromatisch-duftenden Sake bekannt. Ähnlich wie der Sake aus Kansai, ist auch dieser Sake eher mild und sanft im Geschmack.

Kyushu – Die Region umfasst genau genommen eine ganze Insel; die drittgrößte der 4 Hauptinseln Japans. In Kyushu findet man im Unterschied zu den anderen Regionen eher Sake, der stark und süßlich im Geschmack ist und sich dadurch gut mit dem herzhaften, lokalen Essen verträgt. Besonders der Sake aus Fukuoka ist sehr bekannt. Eine weitere Spezialität der Region ist Shochu, ein aus Kartoffeln destillierter Schnaps, aus der Präfektur Kagoshima.

Zu welchen Gerichten passt welcher Saketyp?

Grundsätzlich kann man Sake mit fast jedem Essen kombinieren. Je nach Geschmacksintensität des Gerichts würde man einen ähnlich intensiven Saketyp wählen. Mit einer nur leicht gewürzten Speise, trinkt man einen leichten, milden Sake und mit einer kräftig gewürzten Speise trinkt man ebenso kräftigen Sake. Man kombiniert ganz nach dem Motto: „ Gleich und Gleich gesellt sich gern!“ Die zweite und wesentlich anspruchsvollere Variante sieht vor, dass man unterschiedliche Geschmacksrichtungen von Sake und Speise in der Art kombiniert, dass sie sich gegenseitig verstärken und ein neues Geschmackserlebnis hervorbringen.

Prinzipiell kann man natürlich auch das Gericht bzw. den Snack der Sake Auswahl anpassen. Es gilt dabei die gleiche Richtlinie wie vorher beschrieben. Leichte, wenig gewürzte Snacks wie Tofu oder Nüsse zu leichtem Sake und stärker gewürzte oder salzige Snacks wie Reis-Cracker, getrockneter Tintenfisch oder Käse zu kräftigem Sake.

Warm oder kalt?

Ob man Sake warm oder kalt trinkt, richtet sich wie vieles andere in Japan nach der Jahreszeit. Daher wird nur Winter-Sake warm oder lauwarm getrunken. Er sollte auf jeden Fall nicht auf mehr als 55 °C im Wasserbad erwärmt werden, da sich der charakteristische Duft sonst verflüchtigt. Die Sakeflasche (Tokkuri) sollte während des Erwärmens mit Frischhaltefolie abgedeckt werden und der Sake sollte nicht länger als 2-3 Minuten erhitzt werden. Frühling-, Sommer- und Herbst-Sake eignet sich nicht zum Erwärmen und wird daher kalt (5-10°C) getrunken. Ebenso wird fruchtiger Sake oder qualitativ hochwertiger Sake immer kalt getrunken.

Auch das Trinkgefäß bzw. das Material des Sakeschälchens richtet sich nach der Temperatur des Sake. Für warmen Sake nimmt man Gefäße aus Keramik (wie hier), während man für kalten Sake Schälchen aus Glas oder Holz verwendet.

Der Knigge des Saketrinkens

Beim Genuss von Sake in Japan gibt es viele Dinge, die man als Anfänger versehentlich falsch machen kann. Man sollte besonders beim Einschenken von Sake beachten, die Flasche mit beiden Händen zu halten und ebenfalls das Schälchen in beiden Händen zu halten, wenn man Sake empfängt. Außerdem wird erwartet, dass die jüngste Person immer den älteren Personen am Tisch einschenkt und sich selbst zu Letzt eingießt. Wenn man Sake erhalten hat, sollte man zunächst den Duft genießen und dann einen kleinen Schluck nehmen, bevor man die Schale auf den Tisch stellt (Vorsicht: Sake ist kein Shot!)

Zum Abschluss bleibt uns nur noch eins zu sagen: Prost oder wie man auf Japanisch sagt Kampai!

Posted by Yuya & Miriam

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