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Okinawas Essen – 10 beliebte Ryukyu-Speisen

chanpuru auf dem teller

Die Präfektur Okinawa setzt sich aus mehreren kleinen Inseln am südlichsten Rand Japans zusammen. Diese Inselgruppe befindet sich etwa auf halber Strecke zwischen der Insel Kyushu und Taiwan, wird jedoch zu Kyushu gezählt. Bevor Okinawa zu einem Teil von Japan wurde, war es ein eigenständiges Königreich namens Ryukyu mit einer eigenen Sprache und Kultur. Obwohl heutzutage natürlich auch in Okinawa Japanisch gesprochen und geschrieben wird, gibt es dennoch einen ganz typischen Dialekt, der an die alte Ryukyu-Sprache angelehnt ist.

Auch in der Art der Speisen, welche typisch für Okinawa sind, spiegelt sich sowohl die frühere Kultur, als auch die Einflüsse aus Süd- und Südostasien wieder. Im Vergleich zum “Festland” Japan, wo es traditionell eher Fischgerichte und auf Grund des Buddhismus, viele vegetarische Speisen gibt, baut die dortige Küche eher auf Fleisch (insbesondere Schweinefleisch) auf. Ein lokales Sprichwort sagt: „Vom Schwein kann man alles essen, außer den Hufen und dem Ringelschwanz“. Doch so zentral das Schwein auch für die Ernährung ist, gibt es viele andere köstliche Delikatessen, die man in Okinawa auf jeden Fall probieren sollte.

Umi Budo – Ozean Trauben

okinawa-spezialität-umibudo

Diese lokale Spezialität ist eigentliche eine bestimmt Sorte von Seetang, welcher aber aufgrund seiner Ähnlichkeit zu einem Bündel Trauben auch “Umi Budou”, also Meerestrauben genannt wird. Diese kleinen, grünen Bläschen, die aufplatzen, wenn man darauf beißt, werden meist kalt mit Sojasoße oder Essig gegessen. Da ihr Eigengeschmack eher salzig ist, schmecken sie auch wunderbar zu Reis, als Beilage zu Sashimi oder als Otsumami (Snack) zum Bier.

Goya Chanpuru

chanpuru auf dem teller

Goya Chanpuru ist ein weiteres typisches Gericht, welches man in Okinawa nicht verpassen sollte. Es besteht aus dünn geschnittener Bittermelone, Tofu, Eiern, Schweinefleisch und Speck. Obwohl die Zutatenliste erst einmal recht unscheinbar klingt, bilden die einzelnen Bestandteile zusammen ein unglaublich leckeres Hauptgericht. Geschmacklich ist es sehr weit von der typisch japanischen Küche entfernt und gerade deshalb sollte man diese lokale Spezialität bei einem Okinawa-Besuch auf jeden Fall kosten.

Sukugarasu Tofu

sukugarasu auf dem tofu

Sukugarasu Tofu ist eine Speise aus salzig eingelegten, kleinen Fischen, die in den Meeren um Okinawa gefangen und im Izakaya auf kleinen Blöcken aus frischem Tofu gereicht werden. Durch den salzigen Fisch und den milden Tofu passt dieser Snack hervorragend zu einem kalten Bier oder einem Glas Awamori (darauf kommen wir später noch einmal zurück). Suku ist der Name dieser Baby-Fische, welche in den Sommermonaten an den Küsten Okinawas gefangen werden. Garasu bedeutet “in Salz eingelegt”. Diese Fische werden nur 3 mal pro Jahr im Juni, Juli und August jeweils am 1. Tag des Mondkalenders gefangen, um die Fischbestände zu schützen. Danach werden sie in Salzlake eingelegt und später verzehrt.

Okinawa – Soki Soba

japanische Nudeln

Soki Soba oder Okinawa Nudeln, kann man sich vorstellen wie Udon-Nudeln (aus Weizen) in einer Suppenbasis, die der von Ramen ähnelt. Daher ist der Name “Soba”, welcher normalerweise Buchweizennudeln beschreibt, etwas verwirrend. Obwohl natürlich zum Beispiel “Yaki Soba” auch gebratene Nudeln aus Weizenmehl sind und nicht aus Buchweizen. Soki Soba sind bei den Einwohnern Okinawas so beliebt, dass sie den Nudeln einen eigenen Feiertag (17. Oktober) gewidmet haben. An dem Tag gibt es viele Rabattaktionen für Soki Soba und die Restaurants locken Besucher mit den unterschiedlichsten Variationen dieser typischen Speise. Wenn man Glück hat, kann man sogar eine kostenlose Schüssel ergattern.

Rafute – Schweinebauch

schweinbauch okinawa küche

Rafute ist ein Stück Schweinebauch, welches in Sojasoße und Fischbrühe geschmort wurde, bis es eine himmlisch weiche Textur bekommt. Das Fleisch wird dann mit ein wenig Soße und Rettichsprossen serviert. Eine andere Variation ist, dass das Fleisch eingelegt und danach am Spieß über dem Grill gebraten wird. Auf Okinawa sagt man, dass dieses Gericht dabei helfen soll ein langes Leben zu haben. Es wird schon seit 1900 nach Hawaii exportiert und ist dort als “Shoyu pork” bekannt.

Tofuyo – Fermentierter Tofu

okinawa tofu

Tofuyo ist das Resultat, davon normalen Tofu reifen und fermentieren zu lassen. Ähnlich wie lange gereifter Käse, hat dieser Tofu einen starken Eigengeschmack, sodass er nur in sehr kleinen Portionen serviert wird und mit einem Zahnstocher gegessen wird. Nicht nur der Geschmack erinnert hier an Käse, sondern auch die Textur des Tofus verändert sich mit der Reifung. Während des Reifungsprozesses wird der Tofu in Reismalz und Awamori eingelegt und mit einer roten Hefe einige Monate lang fermentiert. Durch die Hefepilze bekommt der Tofuyo auch seine typische rötlich-bräunliche Färbung.

Mimiga – Schweineohren

dünn geschnittenes schweinohr

Apropros Schwein… Die Bewohner Okinawas lieben Schweinefleisch so sehr, dass sie sogar die Ohren des Schweins zu einem Snack verarbeiten. Diese heißt “Mimiga” und wird als Delikatesse betrachtet. Die Schweineohren werden entweder gedämpft oder gekocht und dann sehr fein geschnitten. Als Würzung gibt es dazu die abenteuerlichsten Sachen: Essig, Erdnussbutter oder heiße Miso. Ob man es glaubt oder nicht, das Gericht ist bei den Einheimischen echt beliebt! Es soll sogar durch seinen hohen Kollagengehalt richtig gut für die Gesundheit und Haut sein.

Awamori – Sake aus Okinawa

awamori sake am meer

Wie versprochen gibt es hier nun die Aufklärung, was Awamori eigentlich ist: Awamori kann man sozusagen als Cousin des japanischen Sake betrachten, da es ähnlich wie Sake aus Reis hergestellt wird. Der große Unterschied ist jedoch, dass Awamori aus dem langkörnigen Indica Reis destilliert wird. Dieser Schnapps enthält ca. 30-43 % Alkohol und wird in Tontöpfen reifen gelassen, wodurch er seinen sanften Geschmack bekommt. Meistens wird Awamori mit Eiswasser verdünnt getrunken. Ein ganz spezielle Sorte, der so genannte “habu-shu”, ist Awamori in den eine Habu Viper (eine Schlangenart aus Okinawa) eingelegt wurde.

Shikuwasa – Okinawas Limette

shikuwasa geschnitten

Shikuwasa ist eine Zitrusfrucht, die auf Okinawa heimisch ist und einen leicht bitteren und sauren Geschmack hat. Sie ist eine echte Superfruit, das sie bis obenhin mit Vitaminen und Mineralien gefüllt ist und sogar gegen Müdigkeit helfen soll. Nun, wenn man Zitronensaft pur trinken würde, wäre wohl auch jeder wieder wach… Aber Spaß beiseite; Shikuwasa wird hier bei allen möglichen herzhaften Speisen, aber auch als Zutat für Cocktails oder Longdrinks verwendet und schmeckt einfach super gut!

Sata Andagi – Okinawa Donuts

okinawa donuts

Diese frittierte Köstlichkeit heißt Sata Andagi und ist ein kugelförmiger, süßer Donut. Außen knusprig, innen fluffig; so sollte ein zur Perfektion frittierter Sata Andagi sein. Diese Donuts gibt es auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie Süßkartoffel, süße rote Bohnen, Zucker (welches wohl die beliebteste ist) und brauner Zucker. Leider ist es nicht ganz so gesund, wie Shikuwasa, aber genau das richtige für den nächsten Cheat-Day!

Posted by Miriam & Yuya

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