Japanisches Essen - Küche & Restaurants Reise & Urlaub in Japan

Nagasaki’s Essen Top 10 – lokale Spezialitäten

nagasaki chanpon suppe

Nagasaki liegt an der Westküste der japanischen Insel Kyushu und hat wohl die hauptsächlich durch die tragischen Ereignisse des 2. Weltkriegs weltweite Bekanntheit erlangt. Doch das ist eine andere Geschichte. Heute wollen wir euch Nagasaki’s Essen vorstellen. Dies fängt allerdings mit ihrer Geschichte an, denn seit dem Mittelalter ist sie eine große Hafenstadt, die von dem internationalen Handel mit China, Korea und den europäische Kolonialmächten lebte. Sogar als Japan für ca. 250 Jahre seine Grenzen für alle Ausländer schloss, bewahrte diese Stadt die Handelsbeziehungen zu China und den Niederlanden. Den chinesischen Händlern wurde unter strenger Kontrolle erlaubt, das japanische Festland zu betreten. Doch den Holländern wurde jedoch lediglich das Betreten der künstlich aufgeschütteten Insel Deshima gewährt.

Gute 150 Jahre nach der Landesöffnung Japans ist Nagasaki immer noch für seine traditionell internationale Ausrichtung bekannt. Das sieht man auch sehr stark an der lokalen Küche, die aus gemischten Elementen von japanischen, chinesischen und europäischen Gerichten besteht. Diese Fusionierung der unterschiedlichen Kochstile und Geschmäcker ist das was Nagasaki’s Essen ausmacht.

1. Nagasaki Wagyu – Himmlisch-zartes Rindfleisch

rind-spieße

Hier in Europa haben die meisten wohl zumindest den Begriff “Kobe Rind” bzw. “Kobe Beef” schon einmal gehört und einige haben sich vielleicht sogar schon dieses absolut köstliche Rindfleisch auf der Zunge zergehen lassen. Doch was die meisten eher nicht wissen ist, dass diese Rinderrasse nicht nur in Kobe, sondern auch in anderen Regionen Japans gezüchtet wird. Zum Beispiel auch in der Präfektur Nagasaki. Qualitativ spielen Kobe und Nagasaki “Wagyu”, wie das Rindfleisch auf japanisch heißt absolut in der gleichen Liga. Es gibt jährliche Auszeichnungen für das beste Wagyu in Japan und Fleisch aus Nagasaki gewinnt regelmäßig den ersten Platz.

Da Nagasaki Wagyu weit weniger bekannt ist, wird es auch weit weniger überteuert verkauft. Wer also nach Nagasaki kommt, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und in einem der Spezialitäten-Restaurants Wagyu bestellen. Eine gute Anlaufstelle ist das Gochigyu im 5. Stock von Yume Town Yumesaito. Hier bekommt man nicht nur himmlisch leckeres Rindfleisch, dass einem förmlich auf der Zunge schmilzt, sondern kann währenddessen auch noch einen fantastischen Blick über den Hafen dieser tollen Stadt genießen. Es ist zwar nicht unbedingt günstig, aber moderat. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dafür echt zufriedenstellend.

2. Champon aus Nagasaki

nagasaki champon suppe

Das wohl berühmteste Gericht der Stadt heißt “Nagasaki Champon” und ist die japanische Version einer chinesischen Nudelsuppe. Es erinnert zunächst ein wenig an Ramen (die ja auch aus China kamen), allerdings ist der Geschmack ganz anders und auch die Zubereitungsweise unterscheidet sich von Ramen. Bei Ramen werden die Brühe, Nudeln und Beilagen jeweils separat gekocht und erst kurz vor dem Servieren zusammen in eine große Schüssel gegeben. 

Bei Nagasaki Champon auf der anderen Seite werden dünn geschnittenes Schweinefleisch, Meeresfrüchte und Gemüse erst gebraten. Dann kocht man Hühner- und Schweineknochen-Brühe und gibt zum Schluss noch Champon-Reisnudeln mit in die Pfanne. Alles zusammen wird dann gekocht. Die Zutaten können jedoch je nach Jahreszeit variieren, sodass der Geschmack von der Saison und dem Ort abhängig sind. Champon gibt es auch in anderen Präfekturen Japans, in Korea und China und sie bestehen mehr oder weniger aus den gleichen Zutaten. Aber Achtung: Okinawa Champon ist ein gebratenes Reisgericht, keine Suppe!

3. Nagasaki Sara Udon – Knusprige Nudeln

saraudon auf dem tisch

In ganz Kyushu sind Nudelgerichte sehr beliebt, also auch in Nagasaki. Eine weitere lokale Spezialität mit chinesischem Ursprung heißt “Sara Udon”, also übersetzt Teller mit Nudeln. Ein Teller mit Nudeln klingt natürlich erstmal ziemlich langweilig, aber dahinter verbirgt sich eigentlich ein sehr tolles Gericht. Sara Udon sind knusprig frittierten, dünnen Eiernudeln. Sie haben werden mit einer sämigen Soße aus Meeresfrüchten, Fischkuchen, Weißkohl und diversem Gemüse gegessen. Die Soße zusammen mit den knusprigen Nudeln, gibt ein wirklich gutes Mundgefühl und schmeckt dazu noch richtig gut.

Wer sich jetzt fragt, wo sich bei diesem Gericht die Udon-Nudeln verstecken, fragt sich das zu Recht, denn es gibt keine. Udon ist im Japanischen ein sehr dehnbarer Begriff. Das ist so ähnlich wie bei Yakisoba; da werden auch einfach Ramen-Nudeln gebraten und man sucht vergeblich die Soba (Buchweizen) Nudeln. Dieses Gericht sollte jedenfalls auf keiner Nagasaki’s-Essen-Top 10 Liste fehlen.

4. Shippoku Ryori – Multikulturelles Essen

shippoku gericht

Da Nagasaki solch eine internationale Vergangenheit hat, ist es auch nicht besonders verwunderlich, dass es ein sehr beliebtes Dinner Menü namens “Shippoku Ryori” gibt. Bei diesem Essen werden die unterschiedlichsten Speisen auf einem runden Tisch serviert werden.  Der runde Tisch ist in diesem Fall auch namensgebend, denn „Shippoku“ heißt Tisch und „Ryori“ bedeutet Essen oder Gerichte auf Japanisch.

Begonnen wird mit einer Suppe die “Ohire” heißt. Den sogenannten Startschuss gibt der Gastgeber / der Restaurant- Angestellte, in dem er sagt: “Please help yourself to some Ohire!” Nach der Suppe kann sich jeder von den saisonal variierenden Speisen nehmen, die er oder sie gerne essen möchte.

shippoku gericht aus nagasaki

Typische Speisen, die es beim Shippoku Ryori gibt, sind:

  • Sakiduke: Normalerweise ist das ein kleines Gericht, dass mit einem Biss im Mund ist und den Appetit anregen soll. Es ist als ein Aperitif.
  • Mukozuke: Das ist roher oder mit Essig angesäuerter Fisch zwischen zwei Seetangblättern.
  • Wanmono: Es ist eine klare Suppe, die den Geschmack von vorherigem Essen säubern soll. 
  • Yakimono: Als Yakimono wird etwas gebratenes gereicht. Das können, Fisch, Garnelen oder Fleisch sein.
  • Takiawase: Dies ist ein gekochtes Gericht aus Gemüse, Pilzen, Tofu und Fisch oder Fleisch.
  • Agemono: Das sind frittiertes Gemüse, Garnelen und Fisch.
  • Shime: Es besteht aus weißem Rundkornreis oder Sushi, Miso Suppe und eingelegtem Gemüse.
  • Mizumono: Das beste kommt ja bekanntlich zum Schluss: Es gibt ein Dessert, Obst oder etwas anderes Süßes.

Abgesehen davon hat aber auch jedes Restaurant noch weitere Speisen, die dem Shippoku Ryori hinzugefügt werden und auch je nach Jahreszeit, werden die Speisen entsprechend angepasst.

5. Sasebo Burger

burger aus nagasaki

Etwas, was man in Japan vielleicht nicht erwarten würde, sind Burger. Aber damit sind nicht die billigen Fast-Food Burger der großen amerikanischen Kettenrestaurants gemeint. Die gibt es natürlich auch, sogar mit Chicken Terriyaki, aber hier ist die Rede vom Sasebo Burger. Sasebo ist eine  kleine Stadt, die etwa 1,5 Stunden Autofahrt von der Stadt Nagasaki entfernt liegt und bekannt für ihrer köstlichen und, für japanische Verhältnisse, riesigen Hamburger ist. In Sasebo gibt es seit Ende des 2. Weltkriegs einen größeren US-Army Stützpunkt, sodass die Burger hier echt Tradition haben. Besonders das Restaurant Hikari ist ist weithin bekannt und dafür fahren Japaner schon gerne ein paar Stunden mit dem Auto von Fukuoka oder Kitakyushu. 

Wenn du also irgendwann genug rohen Fisch und Sojasoße hattest, ist das wohl eine willkommene Abwechslung. Aber weil der Laden so bekannt und beliebt ist, sollte man sich auf etwas Wartezeit einrichten.

6. Toruko Reis – Türkischer Reis? Nicht wirklich…

toruko rice aus nagasaki

Der so genannte Toruko Reis (türkischer Reis), ist ein ziemlich merkwürdiges Gericht. Es wirkt, als hätte jemand einfach verschiedene europäische Gericht zusammen gewürfelt und auf einem Teller serviert. Toruko Reis besteht aus Spaghetti mit Tomatensoße, Reis Pilav und einem panierten Schweineschnitzel, dass mit einem großen Löffel Demi-Glace Soße getoppt wird. Warum das ganze jetzt “türkischer Reis” heißt, weiß eigentlich keiner so genau. Es gibt dafür diverse Theorien, wobei eine seltsamer ist, als die andere. Die vermutlich logischste Erklärung ist, dass das japanische TO-RU-KO eigentlich eine Abkürzung bzw. Abwandlung von TO-RI-KO-RA-RAI-SU also tri colour rice ist. Ob diese Theorie stimmt, kann einem auch keiner mehr sagen, aber es ist auf jeden Fall sehr typisch Nagasaki’s Essen.

7. Kakuni Manju

kakuni manju aus nagasaki

Eine weitere Spezialität auf der Liste von Nagasaki’s Essen ist Kakuni Manju. Das ist Japans Variante des taiwanesischen gua bao, also Schweinespeck-Brötchens. Für die Zubereitung werden Stücke vom Schweinebauchfleisch angebraten und dann für ca. zwei Stunden mit verschiedenen “Gewürzen” (Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Sternanis, Salbeiblättern und Zimt” in einem großen Topf geköchelt. Wenn der Schweinebach schön weich ist und die Aromen der anderen Zutaten aufgenommen hat ist er fertig.

Der Schweinebauch wird dann in ein gedämpftes Reismehl-Brötchen gesteckt und fertig ist Kakuni Manju. Eigentlich ist das kein japanisches Gericht, aber man findet es in Nagasaki’s China Town (gefühlt) an jeder Straßenecke, sodass es auch irgendwie Teil der Esskultur geworden ist.

8. Castella – Sponge Cake

kastela aus nagasaki

Castella Honigkuchen ist das Beliebteste “Omiyage” also Mitbringsel aus Nagasaki. Seit um ca. 1550 die portugiesischen Seefahrer in der Region landeten und das Rezept mitbrachten, gibt es hier “Kasutera” aus dem Portugiesischen von Pao de Castella. Das Rezept ist denkbar einfach, denn es besteht nur aus 4 Zutaten: Mehl, Eiern, Honig und Zucker. 

In Japan schlägt man das Eiweiß aber separat steif und hebt es danach unter den Teig aus den anderen Zutaten. Dadurch wird der Kuchen lockerer und elastischer als das portugiesische Original. Da es so ein einfaches Rezept ist, haben die Japaner auch ihrer eigenen Castella Variationen kreirt, z. B. mit Matcha-Grüntee Pulver. Auf jeden Fall schmeckt der Kuchen sehr gut zu leicht bitteren Getränken wie schwarzem Kaffee oder Grüntee.

9. Goto Udon – Typisch für Nagasaki’s Essen

nagasaki udon

Wie schon erwähnt, lieben die Leute aus Kyushu und Nagasaki Nudelgerichte. Dieses Gericht heißt “Goto Udon” und kommt, wie der Name verrät, von den Goto Inseln vor der Küste von Nagasaki. (Die Inseln gehören zur Präfektur Nagasaki, weshalb dieses Gericht hier auftaucht.)

Diese Udon Nudeln werden per Hand langgezogen und sind sehr elastisch. Sie werden mit Karmelienöl hergestellt, welches die Nudeln extra geschmeidig machen. In Japan sind die Nudeln hoch angesehen und rangieren unter den Top 3 Udon Nudelsorten. Auf Goto kann man sogar an Goto-Udon Workshops teilnehmen und die selbstgemachten Nudeln zum Schluss auch selbst verputzen. Da kann man nur sagen: Fröhliches Schlürfen zusammen!

10. Nagasaki-style essbarer Milkshake

milk shake aus nagasaki

Dieser Milkshake ist nicht wirklich das, was die meisten Leute jetzt als Bild im Kopf haben. Er ist nämlich kein Getränk, sondern erinnert von der Konsistenz her eher an ein Sorbet aus Kondensmilch. Man löffelt ihn daher auch. Besonders im feucht-warmen Sommerwetter ist diese Süßspeise echt perfekt und wird auch meist nur als Sommer Spezialität angeboten. Es ist jedoch recht groß und ziemlich füllend, sodass man sich einen Milkshake, wenn man ihn als Nachtisch isst, besser mit mehreren Personen teilen sollte. Aber er ist auf jeden Fall die Empfehlung wert!

Hat dich schon das Reisefieber gepackt und die Lust Nagasaki’s Essen zu probieren? Wer mehr über leckere lokalen Speisen oder Sehenswürdigkeiten in Kyushu lesen möchte, erfährt hier mehr darüber.

Posted by Miriam & Yuya

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