Japanisches Essen - Küche & Restaurants Reise & Urlaub in Japan

Kagoshimas Essen – Lokale Spezialitäten

In unserer Blogserie zum Thema Kagoshima, haben wir im letzten Artikel einiges über die Natur und Onsen Spots erzählt, doch widmen wir uns ganz und gar den lokalen und regionalen Spezialitäten. Einige sind eventuell schon über die Landesgrenzen hinaus bekannt, andere Speisen sind hingegen eher unbekannt, aber nicht minder lecker.

Da Japan ein Inselstaat ist, spielen die Hauptrolle in der japanischen Küche natürlich Fischgerichte. Die Klassiker sind Sushi oder Sashimi, die beide aus rohem Fisch (und Reis) bestehen und bereits weltweit geschätzt sind. Die Speisen aus Kagoshima sind jedoch weniger Mainstream und auch innerhalb Japans nicht so verbreitet. Es gibt viele leckere Gerichte, bei denen die frische der Zutaten und die direkte Verarbeitung hervorragend zur Geltung kommen. Da viele Restaurants direkte Kontakte zu den lokalen Fischern haben, der Weg aus dem Meer auf den Teller wirklich kurz. Die japanweit bekanntesten Gerichte enthalten Kurobuta (Schwarze Schwein), Katsuo (Bonito) oder Kibinago (Blaue Sprotte).

Hier haben wir 12 lokale Spezialitäten aus der Präfektur Kagoshima für euch:

Shabu-Shabu | Berkshire-Schwein

Shabu-Shabu ist ein Feuertopf-Gericht, bei dem hauchdünn geschnittenes Fleisch, Gemüse, Pilze und Tofu in einer leichten Bouillon gekocht werden. Der Topf steht, wie beim Fondue, direkt auf dem Tisch. Man taucht die gekochten Stücke dann in eine Erdnuss-Sesam oder Essig-Sojasoße, bevor man sie isst.

Das Zentrum der Stadt Kagoshima heißt Tenmon Kan. Hier befinden sich viele Cafes, Restaurants und Geschäfte. In einer kleinen Gasse, abseits der Hauptstraße liegt das Restaurant Zen Zo (膳蔵), das sehr gutes Schweinefleisch aus Kirishima (einer Region Kagoshimas) anbietet. Das hochwertige Schweinefleisch schmeckt leicht süßlich und passt sehr schön zu Katsuo- und Konbu-Fonds. Daher wird es gerne beim Shabu-Shabu verwendet. Die Soße, welche dazu gereicht wird, ist hausgemachte Ponzu (eine zitronige Sojasoße).

Shirokuma Eis | Kakigori

Das beliebteste Dessert aus Kagoshima ist Shirokuma-Eis. Shirokuma bedeutet auf deutsch Eisbär und wird hier wortwörtlich genommen. Nicht nur, dass das Eis aussieht wie das Gesicht eines weißen Bären, es ist auch aus milchigem Schnee-Eis gemacht. Zusätzlich wird das Eis mit saisonalem Obst wie z.B. Kirschen, Mandarinen, Ananas, Melone und weißen, süßen Bohnen, Süßkartoffel-Stückchen und Rosinen verziert. Für Alle, die einmal in Kagoshima sind und es probieren wollen: Man findet das Eis im Café Tenmon Kan Mujaki. Es wird dort ganzjährig angeboten, da es nicht nur im Sommer viele Touristen gibt, die das Eis gerne essen möchten.

Kibinago Sashimi | Blaue Sprotte

Die blaue Sprotte heißt auf Japanisch Kibinago. Sie wird dort typischerweise als Sashimi, also roh, mit einer Essig-Sojabohnen-Paste serviert. Anders als das deutsche Äquivalent, wird in Japan nur das Sprottenfilet (ohne Gräten, Kopf und Flosse) gegessen. Die Hauptfangsaison in der Region um Kagoshima ist im Frühling und Frühsommer.

Im Restaurant Wakana (吾愛人) kann man diese lokale Spezialität genießen. Es liegt direkt am Hauptbahnhof von Kagoshima (中央駅). Wenn man den Westausgang vom Hauptbahnhof nimmt dauert es zu Fuß etwa 2 Minuten bis zu dem Restaurant.

Shochu | Süßkartoffel-Schnaps

Shochu ist ein klarer Schnaps mit einem Alkoholgehalt von ca. 25%. Er ist in ganz Japan beliebt, doch besonders auf Kyushu. Das besondere an diesem Schnaps ist der Rohstoff. Er wird aus den in Kagoshima angebauten Süßkartoffeln (Satsumaimo) gebrannt und die meisten Restaurants in der Region führen mehrere verschiedene Sorten. Shochu wird entweder pur, “on the rocks” oder gemischt mit heißem Wasser getrunken. Darüber hinaus findet es auch Eingang in einige Gerichte der lokalen Küche.

Die gemütliche Bar “Ishizue” () hat sich auf Shochu spezialisiert, sodass man dort 1500 verschiedene Sorten dieses Schnaps findet. Bei einem Gespräch mit dem Barkeeper kann man viel über dieses Getränk erfahren und die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Marken erfahren.

Yus’ persönliche Favoriten sind 3 bestimmte Shochu Marken: Morizo (森蔵), Maou (魔王), Mitake (美岳). Wenn ihr Shochu einmal probieren wollt, dann solltet ihr vielleicht mit diesen 3 anfangen.

Maguro Ramen | Thunfisch Ramen

Ramen sind natürlich innerhalb Japans, aber auch im Ausland sehr beliebt. Die Klassiker sind natürlich Shoyu- oder Miso-Ramen mit Eiernudeln, Sojasprossen und dünn geschnittenem Schweinebauch. Doch die Kagoshimaner haben auch ihre eigene Variation der Ramen entwickelt. Die Brühe besteht aus einer leichen Thunfisch-Bouilion und an statt Schweinebauch, werden auf die welligen Nudeln dünn geschnittenes Maguro Sashimi gelegt.

Einer der bekanntesten Maguro-Ramen-Läden heißt Misono (味工房みその) und  liegt in der Hafenstadt Ichiki, ein bisschen außerhalb der Stadt Kagoshima. Mit dem Auto fährt man etwa 45 min. dorthin. Die Fahrt ist zwar ein bisschen lang, aber es lohnt sich absolut.

Iwashi | Sardine

Die Sardinensaison ist im Herbst. Normalerweise werden Sardinen in Japan auch eher frittiert, gekocht oder gebraten. Aber wirklich frische Sardine kann man auch als Sashimi essen. Sorgfältig mit Eis gewaschene Sardine hat keinen starken Geruch und schmeckt sehr gut.

Die Stadt Izumi, nördlich von der Stadt Kagoshima gibt es das Restaurant Iwashi Chaya (いわし茶屋), das sich auf Sardinen Gerichte spezialisiert hat. Dort kann man leckeres Sardinen-Sashimi, Tempura und Nimono (Fisch oder Gemüse, das längere Zeit in einem Sud aus Sojasoße geköchelt wurde) genießen.

Süßkartoffel-Käsekuchen

Dieser Käsekuchen ist ganz anders als die deutschen Käsekuchen oder US-amerikanischen Cheesecakes, welche wir hier so gewöhnt sind. Japanischer Käsekuchen, hat zum einen keinen Kuchenboden und ist zum anderen viel luftiger und weniger süß. Das Spezielle an dem Kuchen aus Kagoshima ist die leichte Süßkartoffel-Geschmacksnote und der intensive Nachgeschmack.

Besonders lecker ist der Süßkartoffel-Käsekuchen im Cafe Festivalo auf der Tenmon Kan Straße. Im ersten Stock gibt es ein Book Café und dorf kann man eine schöne Zeit verbringen. Man kann diese Kuchen aber auch im Kaufhaus, am Hauptbahnhof oder am Flughafen als Mitbringsel kaufen.

Katsuo | Bonito

Diese regionale Spezialität kommt aus Makurazaki an der Südküste der Präfektur, welche etwa eine Autostunde von der Stadt Kagoshima entfernt liegt. Katsuo no Tataki wird zubereitet, in dem die länglichen Fischfilets an Spießen über offenem Feuer kurz angeflämt werden. Danach werden diese Stücke in Scheiben geschnitten und mit Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, geriebenem japanischem Ingwer und Ponzu serviert. Durch das kurze Erhitzen wird nur die äußere Schicht gegart und erhält ein wunderbares Röstaroma, während der innere Teil roh und frisch bleibt.

Das Gericht ist in Japan landesweit bekannt und wenn Einwohner anderer Präfekturen nach Kagoshima kommen, steht es meist ganz oben auf der Food Bucket List. Das Restaurant Naniwa (魚処なにわ) bietet diese frische Katsuo Sashimi und liegt nur 2 Min. zu Fuß von dem Hauptbahnhof in Makurazaki entfernt.

Yaki Donuts | Gebackene Donuts

Yaki Donuts werden im Unterschied zu den meisten Donuts nicht in heißem Fett frittiert, sondern im Ofen mit hoher Luftfeuchtigkeit gebacken. Dadurch sind sie natürlich viel weniger fettig, aber trotzdem weich und fluffig. Als Gebäck zum Kaffee oder Tee eignet es sich wirklich hervorragend. Der bekannteste Hersteller dieser Köstlichkeit heißt Satsuma Jokiya.

In dem Café Kakashi Yoko Cho kann man sowohl traditionelle, als auch moderne Süßwaren als Omiyage (Mitbringsel) kaufen. Man sollte allerdings nicht die Donuts direkt an der Kasse (am Eingang) nehmen, sondern besser in den hinteren Teil des Ladens gehen. Dort bekommt man auf Bestellung die frischen Donuts direkt aus dem Ofen. Auch wenn man nur ein Stück bestellt, wird es frisch für dich gebacken. Wenn du sie in die Hand bekommst, sind sie noch so frisch und heiß, dass man sie gar nicht lange in der Hand halten kann, aber der Duft ist einfach himmlisch und sie kosten auch nur 76 Yen (ca. 60 Cents).

Kanpachi Tsuke | Bernsteinmakrele

Kanpachi Tsuke, das Bernsteinmakrele Sashimi wird für einen Tag in der hausgemachten Spezialsauce eingelegt, sodass es beim Verzehr süßlich und weich ist. Diese Spezialität kommt aus der Stadt Kanoya auf der anderen Seite der Bucht, Gegenüber der Stadt Kagoshima.

Das beste Restaurant liegt direkt im Hafen von Kanoya und heißt Minato Shokudo (みなと食堂). Auf deutsch heißt der Name zwar “Hafenkantine”, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn das Restaurant wurde schon zweimal (2015 und 2016) mit dem Preis für das beste Meeresfrüchte-Donburi Gericht ausgezeichnet. Darüber hinaus ist das Preis-Leistungs-Verhältnis echt gut.

Unagi | Aal

Unagi assoziiert man meistens mit den Städten Nagoya oder Hamamatsu, weil die Speisen von dort viel bekannter sind, aber tatsächlich kommen die meisten guten Unagi aus Kagoshima. Der beste Unagi-Laden in Kagoshima heißt Unagi no Mitsuru (うなぎの美鶴) und liegt eher landeinwärts im Wald. Man kommt dort nur mit dem Auto hin und einen Tisch fürs Abendessen bekommt man dort nur mit vorheriger Reservierung. Dort gibt es nur 2 Unagi Gerichte, die jeweils 2700 Yen (25 EUR) kosten:

  • Una Don mit einer Seetang-Suppe
  • Una Jyu mit einer Seetang-Suppe

Spezialitäten vom Huhn

Die letzte Spezialität auf unserer Liste mag für die meisten Deutschen sehr seltsam klingen, da es hier kein vergleichbares Gericht gibt und es auch ein klein bisschen barbarisch klingt, nichtsdestotrotz aber sehr lecker ist. Es geht um rohes Hühnchenfleisch. Auf Japanisch heißt es Torisashi (Tori = Huhn, Sashi = dünn geschnittenes Fleisch oder Fisch). Um den Hygienestandard zu halten und die Sicherheit dieses Lebensmittels zu garantieren, werden die Hühner geschlachtet und noch am gleichen Tag serviert. Meistens gibt es zu dem Hühner-Sashimi geriebenen Ingwer, Knoblauch und eine süße Sojasoße, in welche das Fleisch vor dem Verzehr getunkt wird.

Das zweite Gericht heißt Yogan Yaki. Hierbei wird das Hühnerfleisch langsam auf einer heißen Platte aus Lavastein gegart, bevor es serviert wird. Durch den längeren Garprozess bekommt das Fleisch eine schöne braune Kruste und ist innen wunderbar saftig und zart, sodass der Fleischsaft sich beim Daraufbeißen im ganzen Mund verteilt. Außerdem hat es ein so gutes Aroma, dass es nur mit ein wenig Salz gewürzt wird und es passt super gut zu Shochu!  Beide Gerichte kann man in dem Restaurant namens Miyama (みやま) probieren, da ihre Spezialität verschiedene Hühnergerichte sind.

In unserem nächsten und vorerst letzten Beitrag über Kagoshima werden wir euch ein bisschen über die vielseitige Geschichte der Region erzählen, die geprägt war von Rebellionen gegen das Regime und der Kunst des Töpferns. Wenn ihr Lust bekommen habt, selbst einmal nach Kagoshima zu reisen, aber noch weitere Fragen offen sind, könnt ihr uns immer gerne anschreiben und nachfragen, denn wir freuen uns, euch weiterzuhelfen!

Hat dich schon das Reisefieber gepackt? Wer mehr über leckere lokalen Speisen oder Sehenswürdigkeiten in Kyushu lesen möchte, erfährt hier mehr darüber.

Posted by Yuya & Miriam

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2 Kommentare

  1. „Katsuo no Tatari wird zubereitet, in dem die länglichen Fischfilets an Spießen über offenem Feuer kurz angeflämt werden.“

    Ihr meint „Katsuo no Tadaki“, oder?

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