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Fukuokas Essen – Ramen, Erdbeeren & Seafood

venusmuscheln grillen

Fukuoka ist die größte Stadt auf der südlichen japanischen Hauptinsel Kyushu und der Verwaltungssitz der Präfektur mit dem gleichen Namen. Die beiden bekanntesten Distrikte sind wohl Tenjin und Hakata im Herzen von Fukuoka. Beide sind für ihrer köstlichen Ramen bekannt, doch Fukuoka ist nicht nur für Ramen sondern Suppen im Allgemeinen, die unfassbar leckeren Erdbeeren und frisches und günstiges Seafood, als Meeresfrüchte, Fisch und Kaviar, bekannt. Daher ist es kaum verwunderlich, dass Fukuoka auf Rang 14 der lebenswertesten Städte der Welt steht. Denn wo es richtig gutes Essen gibt, ist das Leben auch  gleich viel besser, nicht? #Foodies

Kurume, Nagahama & Hakata Ramen

hakata-ramen

Nun, das Fukuoka das Ramen Mekka Japans ist, überrascht heute wohl keinen mehr. Besonders die sämige und reichhaltige Ramenvariante, Tonkotsu, ist das absolute Must-Try für jeden Foodie (ohne Ernährungseinschränkungen), der hierher kommt. Die Ramenbasis besteht aus weißer Tonkotsu-Suppe, die durch das einkochen von Schweineknochen und einigen anderen Zutaten hergestellt wird. In der Suppe findet man dann relative dünne, glatte Nudeln, die im Vergleich zu anderen Ramen-Styles sehr hart sind (katamen oder bari katamen). Das Wort bari leitet sich von dem englischen Wort „very“ also „sehr“ ab. Mit japanischem Akzent klingt „very“ eher wie „berri“ und daraus ist dann wohl irgendwann „bari“ geworden.

Diese harten Ramen gibt es etwa seit 1940 in Kurume und haben einen besonders intensiven Geschmack. Seit etwa 1950 gibt es auch die Nagahama-Ramen, welche eher einen leichten Geschmack haben und man fast als Gegenstück zu den kräftigen Kurume-Ramen betrachten. Etwa in der Mitte sind dann die Hakata-Ramen einzuordnen. Sie sind weniger stark als die Kurume-, aber geschmackvoller als die Nagahama-Ramen. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, welchen Style man bevorzugt, aber probieren sollte man sie am besten alle mal.

Nakasu Ramen Straße

hakata ramen shops

In Fukuoka ist besonders die Nakasu Ramen Straße bekannt für Ramen, die man in den über 20 keinen Fressbuden (Yatai) am Flussufer essen kann. Dort haben in jeder Bude etwa 7-8 Personen Platz und es geht eigentlich immer lustig zu, während man seine Suppe schlürft. Man kommt dort aber neben Ramen auch gebratene Hühnerspieße (Yakitori) und andere “Snacks” die man gut zu Alkohol verputzen kann. Die meisten Yatai sind von 18:00-2:00 geöffnet, sodass es gerade am Wochenende zu einer beliebten Anlaufstelle für Touristen und Einheimische wird.

Sehr beliebt ist in Fukuoka auch das Kaedama System. Wenn man noch Suppe übrig hat, aber alle Nudeln aufgegessen sind und man noch Hunger hat, sagt man einfach “Kaedama o kudasai”. Dann bekommt man für 100 oder 200 Yen (etwa 1,50 €) einen Nachschlag an frisch gekochten Nudeln in seine Suppe.

Motsunabe – Hot Pot mit Kutteln

hakata motsunabe

Motsunabe ist eine Sorte von japanischen Nabe (One-Pot) Gerichten, bei der Kutteln und Innereien von Rind oder Schwein mit Gemüse und Tofu in einer Suppe auf Sojasoßen-Basis gekocht werden. In der Suppe werden meist Knoblauch, Chilli und asiatischer Schnittlauch mitgekocht, sodass sich ein herzhaft-pikanter Geschmack entfaltet. Manche Restaurants steigern die Geschmackstiefe dann noch mit ein wenig Miso-Paste (vergorene Sojabohnen).

Dieses Gericht ist ein absoluter Klassiker der lokalen Küche und die meisten Einheimischen schwören darauf. Genauso wie auf das so genannte Shime. Beim Shime wird Reis oder Champonnudeln in die Reste der Suppenbasis, welche bis dahin stark eingekocht ist, gegeben und vermengt. Der Reis bzw. die Nudeln nehmen dann die dickflüssige Suppe auf und es entsteht ein ganz neues unwiderstehlich gutes Gericht. Auf jeden Fall ist es ein super Abschluss des Essens und man stellt außerdem sicher, dass keine Reste übrig bleiben. Motsunabe ist eines der Gerichte, die ähnlich wie beim französischen Fondue, in der Mitte des Tisches stehen und mit mehreren Leuten geteilt werden.

Weiche Udon aus Hakata

udon

Der heimliche Favorit vieler suppenliebender Bewohner Fukuokas sind allerdings die Hakata Udon. Neben den über die Landesgrenzen hinaus bekannten Ramen gehen die Udon-Gerichte leider häufig etwas unter. Sie sind aber vielleicht gerade deswegen noch ein ziemlicher Geheimtipp. Es wird gesagt, dass die weichen Hakata Udon ihren Ursprung in Joten-ji Tempel in Hakata haben und Fukuoka daher eine lange Udon Tradition vorweisen kann. Abgesehen davon ist die Präfektur Fukuoka auch der zweitgrößte Produzent von Weizenmehl (die Grundzutat für Udon-Nudeln) in Japan. Je nach Restaurant wird für die Suppe Katsuo (echter Bonito), Konbu (Seetang), Aji Dashi (Dashi aus Pferdemakrele) oder Tobiuo Dashi (Dashi aus fliegender Fisch) und salzige Sojasoße verwendet.

Doch erfunden wurden die Udon-Nudeln nicht in Fukuoka, sondern die Herstellungsweise wurde aus China übernommen. Aufgrund der geographischen Nähe zwischen China und Kyushu kamen die Weizennudeln jedoch zunächst mit chinesischen Seefahrern in Fukuoka an und verbreiteten sich wohl von hier aus in ganz Japan.

Umegae mochi in Dazaifu

mochi

Umegae Mochi aus Dazaifu oder kurz Dazaifu Mochi sind eine lokale Spezialität aus der gleichnamigen kleinen Stadt, die süd-westlich von Fukuoka auf halber Strecke nach Kurume liegt. Mochi sind kleine süße japanische Snacks, die aus Reismehl gemacht werden und häufig eine Füllung aus sehr süßer, roter Bohnenpaste (Azuki Bohnenpaste) haben. Das besondere an den Dazaifu Mochi ist, allerdings, dass sie zusätzlich noch gebraten werden und daher warm servierte  Yakimochi sind. Ganz typisch für die Umegae Mochi ist, dass sie durch die Bratform während des Bratens den Stempel einer Aprikosenblüte bekommen.

Man findet einige dieser Läden, die Dazaifu Mochi vor euren Augen braten auf der Straße, die direkt zum großen und wunderschönen Tempelgelände vom Daizaifu Tenmangu führt. Es ist also der perfekte Snack für den Weg zur Tempelbesichtigung. Aber Vorsicht beim Reinbeißen: Diese kleinen Snacks sind super heiß!

Amaou Erdbeeren

erdbeeren nachtisch

Da Fukuoka im Süden von Japan liegt und dadurch ein mild-warmes Klima hat, gedeihen hier die großen, süßen Hakata Amaou Erdbeeren. Sie sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt für ihre große, runde Form und ihren besonderen Wohlgeschmack. Der Name Amaou bzw A-Ma-O-U ist eine Abkürzung für 4 japanische Wörter, die diese Erdbeersorte sehr treffend beschreiben: A (Akai = rot), Ma (Maru = rund), O (Ookii = groß) und U (Umaii = lecker). Es ist also die große, runde, rote, leckere Erdbeere aus Hakata!

Es gibt sogar Cafés in Fukuoka, die sich vollständig dieser leckeren Beere verschrieben haben und eine große Vielfalt an Erdbeer-Desserts anbieten.

Mentaiko – Pollock roe

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Mentaiko ist Pollackrogen, also kleine Fischeier vom Pollock, welche es in einer wurstartigen Verpackung zu kaufen gibt. Jedoch wird meistens nur der Inhalt der Würste zum Kochen verwendet. Sie finden besonders in der japanischen und koreanischen Küche Verwendung. Die Möglichkeiten zur Verwendung sind wirklich sehr vielfältig, so gibt es Mentaiko auf Reis, in Saucen mit Pasta, als Brotaufstrich, im Salat und so weiter…

Neben dem ungewürzten Rogen gibt es auch noch Karashi Mentaiko (scharfe Mentaiko), welche besonders in der Region um Fukuoka beliebt und vor allem relativ günstig sind. Um Karashi Mentaiko herzustellen werden die Fischeier unter Anderem mit Chilischoten eingelegt und erst dann in die Wurstform gebracht. Die Schärfe ist allerdings eher pikant als scharf zu nennen.

In Fukuoka ist Mentaiko bei den Bewohnern sehr beliebt und man findet die Fisch-Würste in jedem Supermarkt, doch gibt es dafür erstaunlich wenige Restaurants die Gerichte mit Mentaiko als Zutat anbieten. Doch das Restaurant Ganso in Hakata hat sich dafür auf Mentaiko-Gerichte spezialisiert und bieten eine gute Auswahl an Speisen mit den kleinen Fischeiern an.

Itoshima Meeresfrüchte Grillhütten

austern grill

Etwas außerhalb der Stadt an den Stränden der Itoshima-Halbinsel finden sich in den Wintermonaten von November bis März sogenannte Austern-Grillhütten (kakigoya). Das sind aus Plastikwänden bestehende große Hütten, in denen mehrere Grillstationen aufgebaut werden, an denen die Gäste ihr eigenes Seafood grillen können. Besonders beliebt sind natürlich Schalentiere und Muscheln wie Austern, Jakobsmuscheln, Garnelen, Krebse und Seeschnecken. Die Fischer der Region fahren früh morgens schon mit den Booten raus zu den Muschelfarmen, um die Meeresfrüchte zu ernten, welche dann später in diesen Hütten, erst auf dem Grill und dann auf den Tellern der Kunden landen. Frischere Meeresfrüchte kann man wohl nicht bekommen.

Wenn man einen Grill in diesen Hütten gebucht hat und die Hütte betritt wird man zunächst mit einer robusten Seemannsjacke ausgestattet, dann zum zugewiesenen Grill geleitet. Die Jacken sind nötig, da die Muscheln beim Garen schon mal unvermittelt aufplatzen und kochend heißes Meerwasser verspritzen. Sehr zur Belustigung all derer, die nicht von dem Wasser getroffen wurden. Die meisten dieser Hütten bieten in ihrem Menü diverse Beilagen an, es ist aber meist auch in Ordnung eigene Beilagen oder Würzsaucen mitzubringen. Es ist auf jeden Fall eine gute und spaßige Erfahrung!

Fugu – Kugelfisch 

fugu sahimi auf dem teller

Fugu ist das japanische Wort für Kugelfisch, einer der giftigsten Fische der Welt, doch wenn richtig zubereitet, eine der beliebtesten Delikatessen Japans. Nur bestimmte Teile des Fischs enthalten das Toxin Tetrodotoxin, welches für den Menschen auch in kleinen Mengen schon tödlich ist. Daher ist die Ausbildung zum Fugu-Koch in Japan sehr streng kontrolliert und dauert mindestens 3 Jahre. Das (nicht-giftige) Fugu-Fleisch soll ein leichtes, kribbelndes Gefühl auf der Zunge hinterlassen und wird besonders als hauchdünnes Sashimi genossen. Aber das Fleisch  des Kugelfischs wird auch auch als Chiri Nabe oder fritiert und die Haut (nach dem Entfernen der Stacheln) wird auch als Yubiki (eine Art von Salat) zubereitet.

In Fukuoka wird Fugu auch “Fuku” genannt, welches die Bedeutung “Glück” hat, denn man braucht vermutlich schon etwas Glück, wenn der Fugu nicht die letzte Delikatesse des Lebens werden soll. Aber man lebt hier scheinbar nach dem Prinzip: No Risk, No Fugu!

Hat dich schon das Reisefieber gepackt? Wer mehr über leckere lokalen Speisen oder Sehenswürdigkeiten in Kyushu lesen möchte, erfährt hier mehr darüber.

Posted by Miriam & Yuya

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