Japanisches Essen

15 leckere Donburi Gerichte

donburi auf dem tisch
Kaisen Don & Gyudon
Was ist ein Donburi?

Donburi ist ein traditionelles japanisches Gericht, das immer aus einer Grundlage aus Reis besteht, auf der die unterschiedlichsten Beilagen in einer größeren Schüssel angerichtet werden.

Welches Topping kommt auf ein Donburi?

Zu den klassischen Toppings für japanische Donburi gehören Gyu-Don (gebratenes Rindfleisch in Soja Sauce), Oyako-Don (gebratenes Hüherfleisch mit Rührei) oder Kaisen-Don (mit Sashimi). Es gibt aber auch vegetarische Varianten, bei denen gekochtes, gebratenes oder frisches Gemüse zum Einsatz kommt. Diese kennt man auch unter den Namen Buddha Bowl oder Poké Bowl.

Welche Donburi isst man warm und welche kalt?

warm: Una-Don, Ten-Don, Oyako-Don, Katsu-Don, Gyu-Don, Mabo-Don, Soboro-Don, Kakiage-Don, Yakiniku-Don, Aka-ushi-Don
kalt: Tekka-Don, Kaisen-Don, Shirasu-Don, Ikura-Don, Maguro-zuke-Don

Es haben sich im Laufe der Jahrhunderte einige “Klassiker” herausgebildet, die besonders beliebt sind. Die Namensgebung folgt dabei bestimmten Regeln: Der erste Teil beschreibt das Topping, an welches dann einfach das Suffix “Don” angehängt wird, um anzudeuten, dass das Topping in einer Schüssel mit (meist weißem) Reis serviert. Die moderne Adaption aus Hawaii heißt “Poké Bowl”. Sie folgt dem gleichen Prinzip wie das japanische Original, verwendet aber andere Toppings bzw. andere Topping-Kombinationen aus frischem Gemüse, Salat, Nüssen, Früchten und rohem Fisch oder Tofu. Donburi werden übrigens sowohl die Schüssel als auch das Gericht selbst genannt.

Wir möchten euch heute 15 leckere Donburi Gerichte vorstellen:

  1. Tekka-Don
  2. Una-Don
  3. Kaisen-Don
  4. Ten-Don
  5. Oyako-Don
  6. Katsu-Don
  7. Gyu-Don
  8. Shirasu-Don
  9. Ikura-Don
  10. Mabo-Don
  11. Soboro-Don
  12. Maguro-Zuke-Don
  13. Kakiage-Don
  14. Yakiniku-Don
  15. Aka-Ushi-Don

1. Tekka-Don

tekka don - thunfisch auf reis

Tekka-Don ist eine Schüssel mit Reis, dünn geschnittenem, rohem Thunfisch (Maguro-Sashimi) belegt wird. Häufig wird das Tekka-Don vor dem Servieren noch mit feinen Frühlingszwiebel-Ringen garniert. Außerdem gibt es noch eine Variante die sich “spicy tekka-don” nennt. Hierbei wird das Maguro-Sashimi entweder mit scharfen Gewürzen bearbeitet oder  mit einer würzigen Orangensoße beträufelt. 

Dieses Gericht ist wirklich einfach zusammen zu setzen, wenn man an Tunfisch-Sashimi mit guter Qualität heran kommt. In japanischen und koreanischen Supermärkten ist dieser Fisch speziell als “zum rohen Verzehr geeignet” gekennzeichnet. Falls ihr euch trotzdem nicht sicher sein solltet (oder falls es nur in Japanisch / Koreanisch beschriftet sein sollte und ihr der Sprache nicht versteht), dann fragt einfach bei den Mitarbeitern nach. Sie sind meiner Erfahrung nach eigentlich immer freundlich und sehr hilfsbereit.

2. Una-Don (mit Unagi)

unadon - gebratener aal auf reis

Gegrillter Unagi (Aal) ist eine der Spezialitäten der japanischen Küche. Die Kombination von warmem Reis und Unagi mit der süßen, karamellisierten Soße ist einfach unglaublich lecker. Wer nach Japan reist, sollte es auf jeden Fall einmal probieren! Der Pro-Tip ist noch ein wenig Sansho-Gewürz darüber zu streuseln. Das gibt dem Ganzen noch einen leicht zitronig-frischen Twist.

Viele Japaner nehmen gerne eine längere Autofahrt für eine Schüssel mit hochqualitativen Unagi auf sich, um zu einem Restaurant mit einen guten Ruf zu kommen und sich dort mit den anderen Besuchern in eine Schlange zu reihen. Denn wie jeder weiß, der schon einmal den weiten Weg nach Japan gemacht hat: Eine Schlange vor einem Restaurant bedeutet “Hier gibts was Gutes!”. Es wird besonders gerne im Sommer am “Ushi no Hi” gegessen. Unagi wirkt angeblich vitalisierend und soll die Erschöpfung von der Sommerhitze vertreiben.

Hier in Deutschland ist es deutlich schwieriger ein gutes Una-Don zu bekommen, außer man macht es selbst. In einigen japanischen Supermärkten gibt es fertig gegrillten Aal zu kaufen, den man nur noch einmal erhitzen muss und dann einfach auf seine Schüssel mit Reis legt. Das ist zwar nicht ganz so gut wie in Japan, aber trotzdem ganz gut.

3. Kaisen-Don (Poké Bowl Style)

kaisendon - poke bowl

Im Unterschied zu Tekka-Don, werden beim Kaisen-Don mehrere Arten von Sashimi (rohem Fisch), unter Anderem Tunfisch, Lachs und Hering. In japanischen Feinschmecker-Restaurants können Kaisen-Dons auch Jakobsmuschel-Sashimi und rohe Garnelen enthalten.

Wie eingangs beschrieben, gibt es hiervon auch eine modernere Version, die Poké Bowl. In dieser Variation, werden auch Edamame, Tamago-yaki (jap. Omelett), Nüsse, Samen und Früchte verwendet. Viele Restaurants, die auf Poké Bowls spezialisiert sind, lassen den Kunden eine eigene Auswahl aus den verschiedenen leckeren Toppings zusammenstellen. Für die Entscheidungsfreudigen gibt es aber auch immer ein Menü mit verschiedenen Zusammenstellungen.

4. Ten-Don (mit Tempura)

tempura mit reis

Tempura besteht aus Gemüse (Lotuswurzel, Kürbis, Aubergine, Shiso-Blätter), Pilze oder Garnelen, die in einem Teigmantel knusprig frittiert werden. Dieses Gericht hat seine Ursprünge in Portugal und kam mit den portugiesischen Missionaren vor etwa 300 Jahren nach Japan. Das Wort Tempura hat seinen Ursprung in dem lateinischen Wort Tempore (Zeit), welches sich auf die Fastenzeit bezieht. Da die Missionare zur Fastenzeit kein Fleisch essen durften haben sie das Fleisch sozusagen im Teig versteckt. Die Logik dahinter war, dass Gott nicht sehen kann, was wir nicht sehen. 

Den meisten Japanern zu dieser Zeit war diese christliche Fastenzeit so wie so egal und sie haben einfach das Gericht übernommen. Daraus wurde dann später das heute allseits beliebte Ten-Don. Zu dem Ten-Don wird meist ein Schälchen mit Tempura-Soße und Salz gereicht.

5. Oyako-Don

oyako don - donburi

Oyako-Don ist Hühnergeschnetzeltes, das gebraten und dann in der Pfanne mit einer Mischung aus Ei und japanischer Brühe übergossen wird. Wenn das Ei beginnt zu stocken, wird der Pfanneninhalt auf weißem Reis platziert und serviert. Das noch halb flüssige Topping sickert in den Reis und verbindet sich zu einem einmaligen, heimeligen Geschmackserlebnis. In Japan findet man Oyako-Don oft in Udon-Suppen Läden. Vermutlich ist das so, weil sie ohnehin schon eine sehr gute Dashi-Brühe für die Suppe haben, welcher auch der essenzielle, geschmacksgebende Bestandteil für Oyako-Don ist. Das japanische Wort “Oyako” bedeutet eigentlich “Eltern und Kind” und bezieht sich auf die auf Hühner und Eier, die in diesem Gericht verwendet werden.

6. Katsu-Don

katsudon - donburi aus japan

Katsu-Don besteht aus Tonkatsu (japanisches Schweineschnitzel) mit Ei auf Reis. Dafür wird zunächst das panierte Schnitzel frittiert und dann in Streifen geschnitten. Dann gibt man die Schnitzel-streifen mit einer Mischung aus verquirltem Ei mit einer süß-salzigen Brühe in eine Pfanne und erhitzt den Inhalt, bis das Ei stockt. Zum Schluss wird das Ganze auf weißem Reis serviert. Es ist super lecker und total einfach zum selber machen. Probiert es doch mal aus! (Wer kein Schweinefleisch mag oder essen darf, kann auch panierte Hühnerschnitzel dafür benutzen. Das schmeckt mindestens genauso gut!)

7. Gyu-Don

gyudon - rindfleisch auf reis

Für Gyu-Don, zu deutsch Rinder-Schüssel, ist genau das. Auf der Schüssel mit Reis türmt sich ein Berg aus dünn geschnittenem und in einer süß-salzigen Brühe geschmortem Rindfleisch. Häufig wird das Fleisch zusammen mit Zwiebeln gekocht, so dass es seinen typischen, herzhaften Geschmack erhält. In Japan wird es als “Fast Food” verkauft und kostet meist um die 3-4 Euro. Außerdem bekommt man für 1-2 Euro mehr auch noch ein rohes Ei, Miso Suppe, Tsukemono (sauer eingelegtes Gemüse) und/oder ein winziges Schälchen Salat dazu. Es scheint, dass Gyu-Don besonders bei japanischen Männern, Teenagern und Leuten im mittleren Alter beliebt ist. Wie andere Dons wird gerne zum Mittagessen gegessen. Es ist zwar wohl besonders bei diesen Personengruppen beliebt, aber das soll natürlich kein Ausschluss für alle Anderen sein. Jeder der gerne Rindfleisch und Reis isst, sollte keine Hemmungen haben und es einfach mal probieren.

8. Shirasu-Don

kleine baby sardine donburi

Dieses Donburi ist eine Spezialität aus der Präfektur Kanagawa (südlich von Tokyo) und besteht aus rohen Fischbabys von der Sardine, Hering oder Aal. Diese kleinen Fische heißen in Japan Shirasu (シラス), was so viel bedeutet wie „weiße Kinder“. Wo der Name herkommt, erschließt sich mit einem kurzen Blick auf das Bild oben. Mit den Fischen mischt man dünn geschnittene Frühlingszwiebeln, Seegras und japanische Kräuter und serviert es – wie für ein Donburi üblich – auf Reis. Shirasu-Don gibt es natürlich auch in anderen Präfekturen, aber dort bekommt man meist gekochte Shirasu auf Reis. 

9. Ikura-Don

ikura don - donburi - japan

Als nächstes kommt Ikura-Don! Das ist Ikura (Lachskaviar) auf Reis. Hier scheiden sich die Geister, würde ich sagen. Es gibt Viele die Kaviar sehr mögen und Viele die sich davor ekeln. Aber es gibt nur Wenige die so im Mittelfeld sind, heißt, es essen, aber nicht sonderlich mögen.

Ich glaube, der Geschmack ist hier nicht so sehr das Problem, da Ikura hauptsächlich salzig und ein wenig fischig schmeckt, sondern eher die Konsistenz. Wenn man auf diese kleinen Kügelchen beißt, platzen sie auf und setzen plötzlich ihren flüssigen Inhalt frei. Das ist ein ziemliches Erlebnis, wenn man vorher noch nie Kaviar probiert hat. Wenn es um Essen geht, sagen wir immer: Erst probieren, dann urteilen, denn man weiß nie, ob man nicht zufällig etwas unglaublich Leckeres entdeckt!

10. Mabo-Dofu-Don

hackfleis und tofu auf dem reis

Für Alle, die noch keine Bekanntschaft mit Mabo-Dofu bzw. Mapo-Tofu gemacht haben, kann ich dieses nur wärmstens empfehlen. Es besteht aus gebratenem Hackfleisch (Schwein), Tofu (am besten Seidentofu) und einer Soße aus Knoblauch, Ingwer, Mirin, Zucker, Sojasoße, roter Misopaste, Toban-Djan und Chilli; viel Chilli. Das Gericht stammt jedoch ursprünglich aus der chinesischen Küche, um genau zu sein aus der Provinz Sichuan, die für ihre höllisch-scharfen Gerichte bekannt ist. Die japanische Version ist da wesentlich milder, aber nicht weniger geschmackvoll. Wenn das Ganze dann auch noch auf weißem Reis in einer Donburi-Schüssel serviert wird, ist gefräßiges Schweigen unterbrochen von gelegentlichen “Huhh, scharf!”-Aussagen garantiert.

11. Sanshoku-Soboro-Don

donburi mit hackfleisch und eier

Dieses Donburi-Gericht ist vermutlich eines der einfachsten Dons überhaupt. Auf den weißen Reis werden nämlich 3 Toppings – schön ordentlich – nebeneinander platziert. Auf die erste Hälfte der Schüssel kommt Rührei, welches bei der Zubereitung sehr stark gerührt wurde und somit in sehr kleine Stückchen zerfallen ist. Dann richtet man braun gebratenes, feines Hackfleisch (vom Huhn) gewürzt mit Sojasoße, Kochsake, Ingwer und Zucker auf der zweiten Seite der Schüssel an. Zum Schluss drapiert man als Trennstreifen in der Mitte ein grünes Gemüse, welches ebenfalls aus kleinen Stückchen besteht (z.B. grüne Erbsen oder fein geschnittene Frühlingszwiebeln) an. Der Name leitet sich übrigens von den Farben und der Konsistenz ab: Sanshoku bedeutet “dreifarbig” und Soboro steht für “kleine, feine Stückchen”. Es ist super lecker, super einfach selbst zu kochen und sollte auf jeder Back-Up Liste für Situationen stehen, in denen es schnell gehen muss. 

Außer man ist natürlich Veganer / Vegetarier…Dann könnte man, aber sicher andere Zutaten wie zerbröselten, gebratenen Tofu statt Ei und Mock-Up Hackfleisch verwenden. So lange es am Ende 3 Farben hat und die richtige Konsistenz aufweist, kann man sich hier echt kreativ ausleben.

12. Maguro-Zuke-Don

maguro zuke mit ei

Maguro-Zuke-Don ist eine Schüssel mit Reis, die mit in Sojasoße, Mirin und Kochsake eingelegtem, rohem Tunfisch (Maguro-Sashimi) belegt wird. Ähnlich wie beim traditionellen Sushi, werden Dons die rohen Fisch beinhalten (wie Tekka-Don, Kaisen-Don und Ikura-Don) kalt gegessen. Besonders sind lecker und frisch sind sie natürlich auf Tokyo’s berühmtem Fischmarkt, Tsukiji bzw. Toyosu oder auf der nördlichsten Hauptinsel, Hokkaido.

13. Kakiage-Don

gemüse tempura don

Kakiage-Don ist dem Tempura-Don bzw. Ten-Don nicht unähnlich, doch während beim Ten-Don ganze Garnelen oder ganzes Gemüse im Backteig frittiert wird, besteht Kakiage aus einer Mischung klein geschnittenen Gemüses. Je nach Restaurant enthält das Kakiage auch Garnelen oder Meeresfrüchte Stückchen. Diese Mischung wird dann mit einem flüssigen Tempura-Teig vermischt und in dann in das heiße Frittierfett gegeben. Wenn man keine Meeresfrüchte essen will, sollte man auf Nummer sicher gehen und besser “Yasai Kakiage” (= Gemüse Tempura) bestellen. 

14. Yakiniku-Don

donburi mit yakiniku

Das japanische Wort Yakiniku lässt sich wortwörtlich als “gebratenes Fleisch” übersetzen, doch gemeint ist damit normalerweise dünn geschnittenes Rindfleisch, welches mit Sojasoße, Knoblauch und Ingwer mariniert und dann gebraten wurde. In Japan gibt es auch eine spezielle Yakiniku-Soße, die man übrigens auch leicht selber mit Sojasoße und Mirin improvisieren kann. Yakiniku-Don ist – wie man sich jetzt vermutlich schon denken kann – dieses gebratene Rindfleisch auf Reis. Es schmeckt übrigens sehr lecker, wenn man darauf noch Frühlingszwiebel-Ringe und gerösteten Sesam streuselt. 

15. Aka-Ushi-Don

rindfleisch donburi

Aka-Ushi ist eine bestimmte japanische Rinderrasse, welche in der fruchtbaren Landschaft um den Berg Aso in Kumamoto gezüchtet wird. Ihr Fleisch ist besonders beliebt durch die Kombination an zartem Rindgeschmack und der feinen Marmorierung. Das Aka-Ushi-Don besteht zumeist aus medium-rare gegarten dünnen Rindfleischscheiben auf Reis. Als besonderes Topping wird oft auch noch ein Onsen-Tamago, also ein Ei, dass im heißen Onsen-Wasser pochiert wurde, in der Mitte des Dons platziert. Für alle Fleischliebhaber ist diese lokale Spezialität aus Kumamoto ein absolutes Muss.

Habt ihr Lust bekommen, selbst Donburi zu kochen, habt aber noch nicht die passende Schüssel zu Hause? Wie wär’s dann mit der Mini Donburi Schüssel für den kleinen Hunger oder mit der großen Donburi Schüssel für, wenn es mal etwas mehr sein darf?

tekkadon aus japan

Updated: 18.07.2020 | Posted by Miriam

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